Trilogie - Die letzten Rätsel des Steinlachtals by Michael Gauger - HTML preview
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Kleiner Exkurs zum Tempelberg
Viel wurde und wird geredet vom angeblichen «Tempelberg». Das ist auch für unsere kleine
Spurensuche interessant, denn es wäre sowohl für gläubige Juden wie auch für historisch
Interessierte gut zu wissen, wo denn der Tempel des Salomo (bzw. der 2. Tempel des Herodes)
wirklich stand. Dass der Salomonische bzw. Herodianische Tempel wirklich auf dem sog.
«Tempelberg» stand, ist aber sehr zweifelhaft. Warum?
a) Jesus Christus sagte, es werde vom (zu seiner Zeit Herodianischen, also zweiten) Tempel
«kein Stein auf dem anderen bleiben» (Matthäus 24, 2). Die sogenannte «Klagemauer» steht
aber noch. Und Jesus erwies sich in seinen Voraussagen immer als sehr präzise.
b) Sowohl biblische Angaben wie auch die von verschiedenen Zeitzeugen zeigen, dass der
Tempel Salomos vermutlich auf dem Berg Zion97 stand, in der sog. «Davidsstadt» (welche
David von den Jebusitern kaufte, daher der Name), oberhalb der Quelle des Gihon.
Sie ist die einzige Quelle in Jerusalem. Und der Tempel- und Opferdienst benötigte Wasser.
Viel Wasser! Der Tempel könnte aber auch im südlichen Teil Jerusalems gestanden haben,
beim früher sogenannten «Judenmarkt», wofür ebenfalls glaubhafte Indizien vorgebracht
c) Die Gröβe und Dimension: vieles spricht dafür, dass der sogenannte «Tempelberg» (als
Ganzes!) der Festung Antonia entspricht, denn diese musste eine ganze römische Legion
beherbergen, also ca. 5000-6000 Mann! Für ein befestigtes Legionslager wäre die kleine
Burg Antonia, die in der nordwestlichen Ecke des Tempelbergs verortet wird, viel zu klein
gewesen. Also «Tempelberg» = vermutlich Fort Antonia!
Daraus können wir 3 Dinge folgern:
1.) die modernen Israeliten könnten ihren neuen Tempel durchaus auf dem originalen
Standplatz bauen, ohne damit den Muslimen ins Gehege zu kommen, denen seit den Zeiten
der kolonialen Engländer der «Tempelberg» zugesprochen wurde. Was ja bis heute
Anlass ist für Unruhen und Anschläge zwischen den beiden Lagern.
2.) Das ganze bisherige Gerangel um den «Tempelberg» (seit 1948, der Gründung des modernen
Israel) war umsonst, weil dieser vermutlich nicht der echte Tempelberg ist.
3.) Die Frage: wurde mit dem Narrativ vom angeblichen «Tempelberg» eine «urban myth» ins
Werk gesetzt, zur Täuschung und Ablenkung, von wem auch immer?
Doch weil auch schon im Mittelalter der «Tempelberg» als Sitz des Salomonischen Tempels galt,
halten wir uns in der weiteren Spurensuche einfach mal an diesen
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Die 2 Säulen (Jachin und Boaz)
Die zwei Halbsäulen, die den Eingang flankieren, sind natürlich unverkennbar die Säulen Jachin («er
hat begründet») und Boaz («in ihm ist Kraft»)99 des Salomonischen Tempels. Zwei Säulen, die den
Eingang einer Kirche flankieren, finden wir sonst in der Region kaum bis selten, zumindest in jener
Zeit. Und da die Tempelritter regelrechte «Salomonsritter» waren, W. Eggert meint sogar «Vertreter
Salomos», finden wir hier ein starkes Indiz für diese als Baumeister.
Bernhard von Clairvaux, der Schutzpatron der Templer in ihrer Anfangszeit, und der Verfasser ihrer
Ordensregel, würdigte den Salomonischen Tempel ganz besonders100! Er machte mit
durchschlagenden Werbekampagnen den Templerorden in ganz Europa bekannt und beliebt. Und
verfasste auch eine mystische Deutung des Hohelieds von Salomo an die Königin von Saba, mit nicht
weniger als 86 Predigten (mehr dazu auf S. 42)!
Die zwei Säulen werden auch immer wieder mit Sonne und Mond in Verbindung gebracht bzw. mit
der Sonnenlicht-Zunahme und der darauf folgenden Abnahme jeweils nach den Sonnenwenden. Die
Sommersonnwende wird in christlichem Kontext traditionell dem Hl. Johannes dem Täufer bzw. dem
gleichnamigen Evangelisten zugeordnet, und hieβ auch dementsprechend «Johanni» oder
«Johannes Baptist», an denen jeweils «Johannisfeuer» abgebrannt wurden, die reinigend wirken
sollten (analog zur Taufe des Johannes). Sie ist dem Weihnachtsfest im Jahresverlauf genau
entgegengesetzt, was vielleicht auch die Erbauer der Kapelle in den Säulen und im Tympanon
andeuten wollten…
Die Sommersonnwende wird noch heute in mehreren Dörfern des Steinlachtals mit Festen und
groβen Feuern zelebriert; als Kind habe ich diese damals auf der Olgahöhe (in Sichtweite der
Belsener Kapelle) oft miterleben dürfen: alleine die einzigartige (Licht-)Stimmung dort war immer
einen Besuch wert.

Bild: Illustration der 2 Säulen Jachin und Boaz vor dem Salomonischen Tempel, von Jim Padgett 1984, aus wikipedia commons:
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en
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Der «Thron Salomos» in den 2 Tympani codiert?

6 «Sonnen» = 6 Stufen des Throns Salomoni?

7 «Sonnen» links = 7-armiger Leuchter? 12 «Monde» rechts = 12 Löwen?
Gemäβ der Bibel (1. Könige 10, 19+20) hatte der Thron Salomos 6 Stufen, die von 12 Löwen flankiert
wurden, zudem einen 7-armigen Leuchter darüber101.
Die Attribute des Throns Salomoni sind in den beiden Tympani der Belsener Kapelle zwar nicht
abgebildet, dafür aber ihre Zahlen (siehe Bilder oben, beide vom Autor 2007)!
2 weitere Löwen bewachten den Thron des Salomo - diese könnten wir dann auf S. 45 finden…
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Die Menorah (der 7-armige Leuchter)
Der Altar der Belsener Kapelle, von hinten (Foto vom Autor, April 2023). Eine Referenz auf den 7-armigen Leuchter…
Der siebenarmige Leuchter («Menorah») soll nicht nur im Tempel, sondern auch über dem Thron
Salomoni gewesen sein102. Dieses Altarkreuz ist aber neuer, und war vor 30-40 Jahren dort so nicht
zu sehen. Eine ungewollte moderne Koinzidenz ;-)
Kurz zurück zum «Kleinen Bel»: dieses Figürchen über dem Eingangs-Tympanon könnte auch für
das zeitweise beliebte Motiv des «Salomonischen Jesus» stehen . Diesen finden wir in der
mittelalterlichen Sakralkunst immer wieder:

Bild: «Maria als Thron Salomonis», unbekannter Künstler um 1380; Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie, Jörg P. Anders:

Creative Commons — Attribution-ShareAlike 4.0 International — CC BY-SA 4.0
Oft wurde Maria als «Thron Salomonis» gedacht, weil ja das Jesuskind der neue, quasi finale und
vollkommene «Salomo», also der höchste, weiseste und gerechteste König ist! Somit könnte die
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Belsener Kapelle als Ganzes AUCH eine Referenz der Bauherren an dieses Motiv sein. Dies wieder
im Rahmen mehrdeutiger, also «holografischer» Darstellungen.
Der siebenarmige Leuchter («Menorah»), der wie gesagt auch über dem Thron Salomoni gewesen
sein soll103, wird oft auch als «Jessebaum» in neueren Kirchen dargestellt, was den Spross, aus dem
Jesus Christus entsprang, meinen sollte: siehe Bild auf der vorigen Seite.
Nochmal Eingangstympanon: Kreuzigungsgruppe? Obelisk? Tempel Salomoni?
Im Eingangstympanon fänden wir noch ein weiteres «holografisches Bild» nämlich eine stark
abstrahierte KREUZIGUNGSGRUPPE . Welche eventuell noch andere Symbole enthält… Das Motiv der
Kreuzigungsgruppe zeigte im Mittelalter und später die bei der Kreuzigung anwesenden Personen
Maria Muttergottes, Maria Magdalena (und Maria, Frau des Klopas), ebenso Johannes, den
sogenannten «Lieblingsjünger Jesu». Er war der einzige der noch verbleibenden 11 Jünger Jesu
(nach dem Abfall und Selbstmord des Judas), der bei der Kreuzigung des Heilands zugegen war. So
wäre die
Linke Seite der «Kreuzigung» mit 7 «Sonnen»: Maria Muttergottes musste 7 Schmerzen erleiden,
durfte aber auch 7 Freuden erleben, 7 Dämonen hatten Maria Magdalena besessen, 7 Worte sprach
Jesus am Kreuz, es gibt 7 Heilige Sakramente usw.104 Johannes dann wird in Kreuzigungsgruppen
meist rechterseits des Kreuzes dargestellt, wie in der zentralen Kreuzigungsgruppe von Mathias

Grünewald (um 1515) zu sehen:
Bild: Detail des Isenheimer Altars von Mathias Grünewald (um 1515), wikipedia free commons, Foto von user «Hic et nunt» 2016
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Rechte Seite der «Kreuzigung» mit 12 «Monden» (wenn es denn 12 sind): eventuell das
Festtagsdatum des Hl. Johannes am 24. Juni (der in der Röm.-Kath. Kirche für Johannes den Täufer
UND den Evangelisten begangen wird): Die Quersumme des Festtagsdatums ergibt:
2 + 4 + 6 = 12 (zur rechten Seite des Kreuzes!)
Die 12 könnte im Zusammenhang mit der Kreuzigungsgruppe aber auch für die Jünger Jesu stehen,
da sie nach dem Verrat des Judas mit Maria Magdalena, der «Apostelin der Apostel», wieder die 12
vollgemacht haben. Mit dem Heiland zusammen also wieder ein Grüppchen von 13 - wenngleich die
Jüngergruppe bei der Kreuzigung nur durch 2 mutige Menschen vertreten war: eben Maria
Magdalena und Johannes. Es könnten auf der rechten Seite der «Kreuzigungsgruppe» also auch 13
«Monde» (als Entsprechung für Jesus mit den Jüngern) abgebildet sein. Leider sind sie zu
verwittert, um sie genau zu zählen.
Die 7 und die 13 zusammen könnten aber wieder ein Bezug zu Salomos Tempel sein:
«Im vierten Jahr, im Monat Siw, wurde der Grund gelegt zum Hause des HERRN, und im elften Jahr,
im Monat Bul, das ist der achte Monat, wurde das Haus vollendet, wie es sein sollte, so dass sie
sieben Jahre daran bauten… aber an seinen Königshäusern baute Salomo dreizehn Jahre, bis er sie
ganz vollendet hatte (1. Könige 6, 37-7,1)
Dass in vorchristlichen Kulten und Religionen das Jahr in 13 Monaten («Mondmonaten») gezählt und
berechnet wurde, lasse ich hier mal auβen vor, weil ja noch mehrere Epochen
«zwischengeschaltet» waren (siehe auch auf S. 18 f.): die Römische Epoche und die
Völkerwanderungszeit wie auch die Merowinger und Karolinger (ab dem 7. Jh.) haben alle das Jahr
schon in 12 Monaten (angelehnt an die Sumerer/Babylonier) berechnet.
Zahlenspielereien…
Mit (Quersummen aus) arabischen Zahlen zu spielen, wäre für die Templer (oder auch Johanniter)
gar nicht so abwegig gewesen. Nachdem arabische Zahlen (auch wegen der überaus praktischen
«Null») bereits vor dem Jahr 1000 bei vielen Europäern bekannt und in Gebrauch waren105,
verstärkte sich deren Einfluss in Europa umso mehr nach dem Beginn der Kreuzzüge ab 1096.
Wenngleich sich die römische Schreibweise von Zahlen noch länger erhielt. Quersummen und
Zahlenspielereien aus arabischen (obschon ursprünglich indischen) Ziffern wären um 1150, der
vermutlichen Erstellung der Belsener Kapelle, also durchaus vorstellbar.
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In der unteren Kreuzigungsgruppe sehen wir links Maria Muttergottes, rechts den Apostel Johannes,
wobei
links ein Sonnen-, rechts ein Mondmotiv abgebildet sind, ganz wie im Eingangstympanon unserer
Belsener Kapelle!

Bild: Kreuzigungsgruppe aus dem Sakramentar für das Kloster Lorsch (vermutlich 11. Jh.), public domain
Tiere im Giebel = Opfertiere zu Passah, oder zur Einweihung des Tempels?
Die Tiere im Giebel könnten aber auch für die Einweihung des Salomonischen Tempels stehen :
zu diesem Anlass wurden unzählige Rinder und Schafe geopfert.
Die Bibel (1. Könige 8, 29) sagt dazu…
«Am vierzehnten Tag des ersten Monats sollt ihr das Pessach feiern , ein Fest von sieben Tagen. Da soll man ungesäuerte Brote essen. Der Fürst soll an diesem Tag für sich und für das ganze Volk im
Land einen Stier zum Sündopfer bereitstellen. An den sieben Festtagen soll er als Brandopfer für
den HERRN sieben Stiere und sieben Widder, die ohne Fehler sind, bereitstellen, und zwar an jedem
der sieben Tage, dazu täglich einen Ziegenbock als Sündopfer. Für das Speiseopfer soll er ein Efa
Mehl je Stier und ein Efa Mehl je Widder bereitstellen, dazu je Efa Mehl ein Hin Öl.» (Hesekiel 45, 21)
In Vers 5: «Und der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die sich bei ihm versammelt hatte,
ging mit ihm vor der Lade her und opferte Schafe und Rinder, so viel, dass man sie wegen ihrer
Menge nicht zählen noch berechnen konnte.»
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Und in Vers 63: «Und Salomo opferte Dankopfer, die er dem HERRN opferte, zweiundzwanzigtausend
Rinder und hundertzwanzigtausend Schafe. So weihten sie das Haus des HERRN ein, der König und
ganz Israel.»
Der Kupferkessel im Brunnen106
1884 wurde im (damals noch zugeschütteten) Galbrunnen unweit der Kapelle (siehe dazu S. 45) ein
Kupferkessel mit Henkel gefunden. Der mit Henkel ca. 30 cm hohe Kessel könnte auch für eine
Miniatur-Form des «Ehernen Meeres» vor dem Salomonischen Tempel stehen, siehe Attribute des
Tempels. Aus welchem Material dieses «Eherne Meer» (zur rituellen Waschung der Priester
gedacht) gegossen war, wird aus dem biblischen Text nicht ersichtlich. Es könnte aus Erz oder
Bronze gewesen sein, je nach Übersetzung107. Andere meinen, es sei aus 7 Erzen gegossen worden,
und zwar derart, dass es sogar durchsichtig gewesen sein soll(!)108. Wie auch immer: ein
Kupferkessel als Brunnengefäβ ist für das Mittelalter recht edel, nicht jeder konnte sich einen
solchen leisten, meist waren die aus Holz. Dass der Belsener Kessel am Boden des Schachts
gefunden wurde (1884, nebst anderen Gefässen aus Ton), könnte auch bedeuten, dass die ab 1314
gebannten Templer Spuren ihres eigenwilligen «Vereinslebens» verwischen wollten, und alle
mobilen Gegenstände noch schnell entfernten… wie auch den Ziegenkopf auf S. 45.

Bild aus dem in Anm. 106 zitierten Artikel von Prof. Dr. Goessler entnommen (1952)
Die Zahl 9 und die 666 (Gott steh uns bei!)
Diese Zahl werde ich im Folgenden als «WWW» ausschreiben, denn genau so wird die «Zahl des
Tieres» aus der Apokalypse auf hebräisch geschrieben, Zufall oder nicht ;-)
Die Zahl 9, um die es hier zunächst geht, ist im Gründungsmythos der Templer von zentraler
Bedeutung. Die 9 begegnet uns auch in den Säulen am Eingang der Kapelle: beide bestehen aus
jeweils 9 gehauenen Relief-Steinen (von ihrem Fuβ an gerechnet, d.h., den umlaufenden
Grundsockel hier nicht mitgerechnet)! Konkret: = 9x2 = 18 = WWW, weil dreimal die 6 -
Quersumme = 9 . Die Templer um 1150 kannten bereits arabische Zahlen, und verwendeten
sie wahrscheinlich auch (siehe vorige Seite), so wie etwa hier. Die Bilder am Westgiebel ergeben
zusammen wieder neun (9), zusammen mit den Säulensteinen hätten wir also
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3x9 =27, Quersumme wieder die 9 � � Zudem ist die 999 die umgedrehte WWW… Auch hatte der
Tempel Salomos 9 Teile109. 3 mal die 6: Diese «Zahl des Tieres» ist in der Belsener Kapelle also
gleich mehrfach codiert. Heidnische, gar satanische Rituale wollen wir den Templern hier nicht
unterstellen. Doch auf was könnte diese Zahl sonst noch verweisen?
Diese in der Kapelle mehrfach codierte Zahl «WWW» könnte eine erste Referenz auf die biblische
Apokalypse sein (eine weitere wird uns noch im 2. Artikel begegnen), aber zunächst weist sie auf
König Salomo!
Wie das? Diese «Zahl des Tieres» der Apokalypse taucht – bevor in der Offenbarung des Johannes(!)
von Patmos auf diese referenziert wird - zuerst bei der Geschichte um Salomo und dessen Tempel
auf (1. Könige 10, 14):
«Und das Gewicht des Goldes, das für Salomo in einem Jahre einkam,
betrug sechshundertsechsundsechzig Goldtalente (…)»
Damit ist diese Zahl wohl auch ein Synonym für den König Salomo bzw. das Königreich Israel in
seinen damaligen Grenzen.
Und 9 Monate dauert die Schwangerschaft vom 25. März (Frühlings-Äquinoktium, siehe vorne) bis
25. 12. (Weihnachten), was wir ja auch im Giebel, den «Lichtscharten» und im «Sonnenloch» codiert
sehen.
Zudem ist der Schacht des Brunnens ca. 9 Meter tief. Zwar verwendeten die mittelalterlichen
Bauleute andere Maβe als den modernen Meter (eher Ellen, Fuβ usw.), aber 9 Meter entsprechen ca.
18 ägyptischen «Königsellen». Zum Symbolgehalt der 18 siehe oben. Mindestens 2 Kreuzzüge führten
die Templer auch nachweisbar zu den Pyramiden, wo sie sich vielleicht auch antikes
(Mysterien-)Wissen angeeignet haben…
Und auch die Steine des Eingangs-Türbogens sind (ohne den umlaufenden Grundsockel gerechnet)
wieder genau 18… ;-)
Das Sternbild des Orion hat (in der heutigen Deutung, wir haben ja auch Teleskope) 81 Sterne. Worin
man auch eine umgedrehte 18 sehen könnte. 81 aber ist gleich 9 mal die 9… und wer sei – parallel
zum Jesuskind – im Giebel als «Groβer Bel» dargestellt? Eben der Orion/Osiris. Es reiβt also nicht
ab… ob die Templer allerdings schon Fernrohre hatten, ist nicht überliefert ;-)
Nun gibt es da noch den jüdischen Chanukka-Leuchter110, der 9 Arme aufweist (statt wie die
Menorah 7). An Chanukka feiern die Juden die Wiedereinweihung des Tempels nach dem
Makkabäeraufstand 168-164 v. Chr…
Die Zahl 9 begegnet uns auch in der früher oft gebrauchten «Farrenpeitsche», die ich als Kind noch
auf dem Dachboden meiner Groβeltern liegen sah. Diese hatte ebenfalls 9 dicke Striemen! Und weist
zugleich auf Altägypten, dazu später mehr - in Artikel 2.
Der Tempel zeigt sich aber auch in anderen Attributen: Ehernes Meer (Kupferkessel), Unterirdische
Gänge (Sage von den Gängen auf die Burg Andeck), Menorah in der Kapelle, Tieropfer (die
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gefundenen Knochen), «Minen des Salomo» (Erzgruben, Steinbrüche etc.) bis hin zu eventuellen
Kinderopfern -

diese waren fester Bestandteil des Kultus in ALLEN antiken Kulturen (insbesondere der Kelten, da
haben wir sie wieder – diese galten gar als ganz groβe Menschenopferer) – die jüdische Kultur wohl
recht früh schon nicht mehr, dafür ihre Nachbarn. Dorfpfarrer Duncker hat mit seinen Mitarbeiten
1899 vor der Apsis in 1,5 Meter Tiefe wohl auch Kinderskelette gefunden111; sie lagen wohl ziemlich
durcheinander: auf eine ordentliche Bestattung dieser Kinderknochen in der Kapelle wurde offenbar
verzichtet. Waren diese Kinder vielleicht «Bauopfer»? Und wem wurden Kinder im Nahen Osten
gerne geopfert? Dem Moloch bzw. dem Baal. Das ist an Grausamkeit kaum zu überbieten, würde
aber in den antiken Orient passen. Menschen (darunter leider viele Kinder) zu opfern, war wohl
omnipräsent, nicht nur in Europa, vgl. auch die Maya, Azteken, Chinesen etc.
Die (Knochen der) Kinder hier könnten – nebst den gefundenen Tierknochen - also auch
«Bauopfer»112 gewesen sein welche zur damaligen Zeit bei wichtigen Bauten durchaus gängig
waren 113, bis hin zu Deichen an der Nordsee…
Nun aber zu weiteren Salomonischen Attributen der Belsener Kapelle:
Unterirdische Gänge
Der angebliche Tempelberg (siehe bei «Tempelberg») ist bekanntlich durchlöchert wie ein
Schweizer Käse, dies schon zur Römerzeit. Und noch mehr durch die Wühlarbeiten der Templer,
nachdem sie dort ihr Quartier bezogen haben.
Der Dorfpfarrer Max Duncker konnte 1899 unter der Kapelle zwar keine «Geheimgänge» finden114
(die der Sage nach erst noch auf die Burg Andeck bei Talheim führen sollten); das macht aber nichts.
Denn allein die Sage um solche Gänge genügt für die Symbolik. Oder den Mythos. Wer nur hat diese
Sage in Umlauf gebracht? Q.e.d.
Die «Minen des Salomo»
Ist ein Buch von Sir Henry Rider Haggard von 1885. Diese meinten die Schätze, die Salomo von
weitherum (auch aus Minen der tributpflichtigen Unterworfenen) erhielt und anhäufte. Und
tatsächlich wurden zu Davids und Salomos Zeiten Kupfer- und andere Minen auch im
Herrschaftsbereich des historischen Israel ausgebeutet, ebenso Eisen verhüttet115. Steinbrüche und
Erzgruben gab es in und um Belsen/Mössingen einige, ebenso beträchtliche Eisenverhüttung und
reiche Bohnerzvorkommen 116 Und auch ordentlich Schiefer findet sich hier, mit viel Katzengold darin
;-)
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Die Königin von Saba
Besuchte einst König Salomo mitsamt Gefolge und kostbaren Geschenken, um seine weithin
gerühmte Weisheit zu schauen. Woraus sich dann wohl eine Romanze zwischen beiden entspann.
Die Königin von Saba aber ist auch unter anderen Namen bekannt, darunter Belkis oder Balkis117.
Was schon wieder auf den Ortsnamen von Belsen weisen könnte…
Zudem hat Bernhard von Clairvaux, der berühmte Zisterzienserabt, der zugleich Neffe eines der
Templergründer war, neben seinen Werbeschriften für die Templer, sage und schreibe 86
Predigten über das Hohelied Salomos verfasst («Sermones super Cantica Canticorum»), worin
er mystisch betrachtet die Liebesbeziehung Christi mit seiner Kirche umschreibt118.
Diese Predigten waren im Mittelalter sehr populär.

Bild: Der Besuch der Königin von Saba bei König Salomon, Illustration aus Hutchinsons Geschichte der Nationen (1900),
von Edward John Poynter; gemeinfrei
+ Nach allen gefundenen Attributen Salomos und dessen Tempels dürfen wir in der
Belsener Kapelle also durchaus eine Miniaturform,
einen regionalen «Reload» des Salomonischen Tempels sehen! Erbaut vermutlich von Templern
+ Zudem entdeckten wir eine erstaunliche und mehrschichtige Zahlencodierung, die teils
auf Jesus Christus + Maria (Kreuzigungsgruppe), teils auf Johannes, teils auf die Apokalypse,
im Gesamtkontext aber unmissverständlich + mehrfach auf König Salomo hinweist!
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3) WEITERE SYMBOLE UND VORRICHTUNGEN
Die drei «verlorenen Sonnen» im Giebel

Aus: Christian Fridrich Sattlers «Topographische Geschichte des Herzogthums Wuertemberg», Stuttgart, 1784;
Bildquelle: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart
Was hat es mit den 3 «Sonnen» auf dem Giebel auf sich? Diese sind heute nicht mehr zu sehen.
Das obige Bild ist 1784 erschienen, und besonders hinsichtlich des Tympanons ziemlich ungenau.
Dass dieses Bild aber keine reine Phantasterei sein kann, zeigt ein Eintrag der
Oberamtsbeschreibung Rottenburg von 1828, wo die drei Sonnen, die auf dem Giebel in der Nähe der
Tierfiguren erscheinen, ausdrücklich genannt werden119.
Nach Dr. Jos Schauberg, einem freimaurerischen Autor von 1861120, stehen drei Sonnen für die Sonne
(auch die Säule Jachin), den Mond (auch die Säule Boaz) und den «Meister vom Stuhl», also den
Zeremonienmeister der Loge. Natürlich sind die Freimaurer nicht direkte, wenigstens aber ideelle
Nachfolger der Templer (siehe S. 12). Und so könnten denn auch die drei Sonnen auf dem Giebel
eingeordnet werden. Falls sie denn je existierten
Sonne und Mond hätten im Ort auch den Bezug zur Belsener Wirtschaft «Sonne» (obwohl diese wohl
neuer ist, also erst ab 1770 als Wirtschaft erwähnt wird121) Diese «Sonne» liegt allerdings an einem
recht dunklen Fleck in Belsen, wird also wenig von der echten Sonne geküsst ;-) Ist da im Namen
der Wirtschaft eine Erinnerung? Und dann gibt es da noch den alten Hänselnamen für die Belsener:
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«Moofanger» (Mondfänger)… in einer lokalen Sage versuchten die Belsener früher angeblich, den
Mond in einem Schopf oder Stall einzusperren.
Sonne und Mond wären also auch eventuell anderweitig im Ort verklausuliert oder erhalten.
Die Lichtscharten an der Südseite

Die Lichtscharten in der Apsis an der Südseite der Kapelle von innen, Bild vom Autor 2023
Durch diese konnte man gem. Oswald Kubiena (siehe S. 5) genau zum Geburtstag Jesu – also
Weihnachten - das Erscheinen von Orion und Sirius (dessen Sohn) am Südhimmel beobachten.
Horus alias Mithras (die ebenfalls am 25. Dezember Geburtstag feierten) war der vorchristliche
«Erlöser», der genauso wie Tammuz, das andere «göttliche Kind», 40 Tage lang (analog zu Jesu 40-
tägigem Fasten in der Wüste und der christlichen Fastenzeit vor Ostern) beweint wurde. Und noch
weitere scheinbare Parallelen zu Jesus Christus aufweist.
Die Zahl 40 könnte auch auf der linken Seite des Eingangs-Tympanons codiert sein, wenn diese auch
die Plejaden, das berühmte Siebengestirn darstellen (siehe S. 23 ff.). Diese stehen ja ebenfalls
symbolisch für die Zahl 40, weil sie 40 Tage lang nicht zu sehen sind (siehe auch S. 24): 40 Tage
dauerte aber auch die Sintflut, 40 Jahre zogen die Israeliten mit Mose durch die Wüste, 40 Tage lang
war Mose auf dem Berg Sinai, 40 Tage wird vor Ostern gefastet, 40 Tage dauert der Advent…122.
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