Trilogie - Die letzten Rätsel des Steinlachtals by Michael Gauger - HTML preview

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Die Sache mit Melchisedek

 

elchisedek ist ein Priesterkönig137 des Alten Testaments, der Abraham in Salem begegnet, und auftaucht, bevor der konventionelle Priesterdienst unter den Aaroniten/Leviten (zu Zeiten Moses) eingerichtet wurde. Melchisedek war „König von Salem“ (was die meisten Exegeten für das Ur-

Jerusalem halten, und zur „Auslegungstradition“ wurde, obwohl es nicht gesichert ist138):

Auf hebräisch heissen „Melech“ = König 139 140 ,und „Salem“ = Frieden.

 

Und obwohl Melchisedek im Alten Testament nur 2 mal genannt wird (im 1. Buch Mose 14, 18-21 und in Psalm 110, 4), bevor im Hebräerbrief (Kapitel 5-7) des Neuen Testaments dann auf ihn referenziert wird, ist er eine

ausserordentliche und grundlegende Gestalt, dessen 141 Wirkungsgeschichte beachtlich ist!

 

Schauen wir zunächst, wie die Bibel Melchisedek beschreibt (1. Mose 14, 18-21):

 

„Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er war Priester des Höchsten Gottes.

Er segnete Abram und sagte: >>Gesegnet sei Abram vom Höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der

Erde, und gepriesen sei der Höchste Gott, der deine Feinde an dich ausgeliefert hat.<<

Darauf gab ihm Abram den Zehnten von allem.“

 

Bild oben: Illustration der Segnungsszene mit Abraham und Melchisedek von 1859; gemeinfrei

 

Melchisedek heisst wohl „König der Gerechtigkeit“, er war aber auch „König des Friedens“ (Salem) 142. Was Jesus ja auch ist: Melchisedek wird als Art „Präfiguration“, als Vorwegnahme des finalen und vollkommenen Königs, Jesus

Christus, gesehen 143. Jesus seinerseits wird auch der „Hohepriester in ewig“ genannt, „nach der Ordnung Melchisedeks“ (siehe Psalm 114 und Hebräerbrief 7, 12). Melchisedek gilt überhaupt als „Prototyp des

Hohepriesters“144, hatte aber kein Geschlechtsregister wie die Aaroniten/Leviten, die ein solches später für ihre Legitimation immer vorweisen mussten. Denn bei ihm ist weder von Geburt noch von Tod die Rede... Jesus sagte ja auch „ehe denn Abraham ward, bin ich!“ (Johannes 8, 58) - und gestorben ist Jesus auch nie (ausser für 3 Tage vor Seiner Auferstehung). Schon mal verblüffende Parallelen...

 

Melchisedek ist also analog Jesus ewig!

 

Wohl wurde bei Jesus eine mütterliche Abstammung von David beschrieben (damit sich einerseits die

Prophezeiungen erfüllten) 145, aber als Gott betonte Jesus: „David selbst nennt ihn (Jesus) also Herr, wie kann er dann sein Sohn sein?“ (Lukas 20, 44) was in Offenbarung 22, 16 bestätigt wird: „Ich bin die Wurzel des Geschlechts David“!

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Eine weitere Parallele zu Jesus: Melchisedek opferte als ERSTER Wein und Brot (anstatt wie sonst Speise/Tier- und Brandopfer bei den Aaroniten/Leviten in ihrem späteren Tempeldienst, siehe oben), ganz wie Jesus es später wiederholte und angewiesen hat! Melchisedek kam nach der Schlacht der Hebräer gegen „die Könige“ aus der Stadt

bzw. seiner Höhle146 mit eben Brot und Wein heraus, und segnete Abraham (den Urvater aller 12 Stämme!), nach seinem Sieg in dieser Schlacht.

 

Von der Beute, die Abraham in jener „Schlacht gegen die Könige“ gemacht hatte, gab dieser Melchisedek den Zehnten (nachdem dieser Abraham segnete), was zeigt, dass Abraham Melchisedek eindeutig als Herren bestätigt,

sich ihm also untergeordnet hat147!

 

NB: Jesus hat auch in seinem irdischen Leben klargemacht, dass er nicht nur über Salomo steht

(„Hier steht ein Grösserer als Salomo!“ - Lukas 11, 31), sondern auch über Abraham und David (siehe oben)!

 

Melchisedek also ist eine beispiellose Gestalt des Alten Testaments, die viele Parallelen zu Jesus Christus aufweist,

den er in mehrfacher Hinsicht schon vorweggenommen hat...

und jetzt lassen wir das oben Besprochene einmal sacken...

 

MELCHIsedek, König von SALEM...

 

Jetzt haben wir gleich oberhalb von Mössingen/Belsen die Orte

 

MELCHI-ngen und SALMEN-dingen!!!

 

Und in einer Höhle bei Melchingen (beachte hierzu die „Höhle des Melchisedek“!) zudem sogar noch eine sagenhafte

„goldene Krone“, die unterstreicht, dass wir hier einen König vor uns haben!

 

Bild links: Salmendinger Kapelle mit Kreuzen von Golgotha, aus wikipedia free commons, „Shukko“ 2011

Bild rechts: Salmendinger Kapelle auf dem Kornbühl, aus wikipedia free commons, „Guck-mal-Zollernalb“ 2009

 

Kurios: dass unter der Salmendinger Kapelle auf dem Kornbühl auch Kalvaria alias Golgotha, der Ort des Kreuzestodes Christi, liegt (wie bereits auf S. 22 vermutet), zeigt die traditionelle christliche Vorstellung, dass Kalvaria genau über dem Grab Adams liegen soll, welches ja nach Vorstellungen einiger die Höhle des Melchisedek

ist148! Somit hätten wir eine weitere Bestätigung für Melchisedek in Melchingen (Höhle + Namen) und Salmendingen (Salem)...

 

Der Autor Timothy Hogan behauptet, 149 Melchisedek sei ein „fundamentaler Bestandteil“ der Templertradition, dies allerdings nur als Verbindung zu einem „universellen Bewusstsein“, das uns als einziges „Frieden“ bringen könne... der Autor vertritt also die (moderne) esoterische Annahme, dass wir selbst es ganz aus eigener Kraft & Willensstärke zu Gott schaffen, uns dafür via Schulungen/Weihegrade über „Profane“ erheben könnten. Was wiederum dem alten gnostischen Ansatz (Gnosis = Erkenntnis) entspricht, bei dem Gott nur durch elitäre und

exklusive „Erkenntnis“, also intellektuelle Leistung + Schulung, gefunden werden könnte 150. Was Hochmut ist. Wer weiss, ob nicht auch die Templer in einer späteren Phase... Dieses Verlassen auf eigene Kraft und Willen steht ganz im Gegensatz zur christlichen Lehre & Botschaft, denn dort wird Gott nur über das Herz gefunden, über die Sehnsucht, und nicht über den Verstand oder die Willenskraft! Was Demut gebiert!

 

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Wenn Melchisedek aber als Vorwegnahme, als „Präfiguration Christi“ gilt, welcher ja die Demut selbst ist, hat er mit Hochmut & Stolz nicht das Geringste zu tun! Also können gläubige Christen diese esoterische Ansicht getrost verwerfen.

 

Wenn es aber stimmt, dass Tempelritter den alttestamentlichen Priesterkönig Melchisedek besonders verehrten, könnten die Ortsnamen Melchingen und Salmendingen Indizien für templerische Machenschaften in der Region sein. Ähnliche Namensschilder für Melchisedek wären mir nicht bekannt. Die Dorfnamen Melchingen und Salmendingen direkt nebeneinander sind eine einzigartige Marke und ohne mir bekanntes Beispiel, oder Parallele!

 

Wie nun auch immer: jetzt ist unser Melchisedek einer der grossen Könige des Alten Testaments, denn er war „König von Salem“, und fungierte als eine Art „Priesterkönig“ (siehe S. 41). Johannes der Täufer wird als „Vorläufer“ Christi gesehen, da er diesem den Weg ebnete, und ihn auch verkündete. Der eine also „Präfiguration“, der andere „Vorläufer“. Was beide Figuren schon mal zu verbinden scheint...

 

Auch Johannes der Täufer gilt als „König“, nämlich als König der Propheten151! Weil er nicht nur dem Heiland den Weg geebnet, sondern dieser sich von jenem Johannes sogar taufen liess! Jesus sagte über den Täufer: „Der da ist mehr denn ein Prophet“, und gleich darauf stellt Jesus Johannes den Täufer gar mit einem Engel des Herrn gleich (Lukas 7, 26-27), und gemäss dem Kirchenvater Hieronymus sei auch Melchisedek auch ein

Engel gewesen152! Ob das nun so ist oder nicht – die Templer kannten die Kirchenväter, und haben solche Gemeinsamkeiten zwischen Johannes des Täufer und Melchisedek sicher auch bemerkt...

 

Bild oben: Melchisedek und Abraham in einer mittelalterlichen Darstellung (Holzschnitt aus der Kölner Bibel, um 1480); gemeinfrei

 

In einer „Melchisedek-Rolle“ (auf ca. 150-30 v. Chr. datiert153) wird festgehalten, dass Melchisedek am Ende der Tage

kommen wird, um die Menschen aus der Hand Belials zu befreien 154. Worin wir wieder eine neue Erklärung für den Ortsnamen Belsen sehen könnten (neben Bel/Belsamen) wobei der Wortstamm derselbe ist. Belial ist ein hochrangiger böser Engel, ein Dämon also, der in der höllischen Hierarchie gleich hinter L-cifer steht, teils sogar

mit diesem gleichgesetzt wird155.

 

In userer biblischen Geografie würde also Melchisedek in Melchingen warten, um einst den Belial (in Belsen) zu bezwingen... Denn Salomo baute nicht nur den Tempel; orientalische Legenden behaupten ja, dass dieser eigens

zum Bau des Tempels Dämonen beschworen und befehligt hätte 156...

 

Um nun zu vermeiden, dass uns vor lauter Melchisedek der Kopf zu sehr raucht, kühlen wir diesen und machen einen kleinen Exkurs... denn Brandopfer wollen wir heute keine bringen

Exkurs: Johannes von Patmos

 

er Hl. Johannes von Patmos, der später157 die Offenbarung, auch „Apokalypse“ genannt, verfasste, war zwar kein König, beschrieb aber in seinem Text eine Vision des Himmlischen Jerusalem, worin er auch den Tempel anspricht, der aber kein herkömmlicher ist: „Und ich sah keinen Tempel darin; denn der HERR, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, und das Lamm“. (Offenbarung 21, 22)

 

Johannes von Patmos beschreibt in seiner Vision vom Himmlischen Jerusalem also den finalen, den eigentlichen Tempel, nämlich Gott selbst! Somit ist in einem gewissen Sinne auch er ein „Tempelkönig“, wenn man so will, und quasi deren Siegel! Zudem ist die Apokalypse des Johannes das letzte Buch der Bibel.

 

Bild oben: der Evangelist Johannes verfasst auf Patmos die Offenbarung („Apokalypse“); aus dem Stundenbuch des Duc de Berry,

um 1411-16), aus wikipedia commons, gemeinfrei

 

Man könnte somit auch sagen, dass die Apokalypse, das Buch des Johannes von Patmos,

die Krönung der Bibel ist...

 

Und dieses Buch ist, wie wir später sehen werden, gerade in Fluren zwischen

Belsen und Beuren markiert....

 

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Exkurs: Priesterkönig Johannes

 

m 1150 (dem vermutlichen Baudatum der Belsener Kapelle!) wurde in Europa von einen mythischen

„Priesterkönig Johannes“ berichtet 158, einem mächtigen christlichen Herrscher, der in Asien ein gewaltiges Reich hätte, und dem weitere 72 Könige untertan wären.

 

Mehrere Expeditionen mit Botschaftern wurden ausgeschickt, von Königen und Päpsten, um diesen König zu finden und Kontakt herzustellen, gerade auch, um seine Hilfe in den Kämpfen

gegen die Muslime im Heiligen Land zu erbitten. Doch die Expeditionen versandeten, dieser sagenhafte König wurde nie gefunden...

 

Interessant ist jedoch, dass die Legende dieses „Priesterkönigs Johannes“ beide Vorläufer-Gestalten Christi sogar

im Namen verbindet: nämlich JOHANNES UND MELCHISEDEK

(der ja wirklich als „Priesterkönig“ ausgewiesen ist)!

 

Wer nur setzte diese Legende wieder ins Werk?

Vermutlich einmal mehr unsere gepriesenen Johannes-Verehrer

 

Bild oben: Priesterkönig Johannes in der Schedel 'schen Weltchronik von 1493; gemeinfrei

 

Im obigen Bild spendet „Priesterkönig Johannes“ die Hl. Kommunion, was Brot und Wein alias Leib und Blut Christi

bedeutet, ganz wie schon Melchisedek es vorwegnahm!

 

Die Legenden um jenen Priesterkönig Johannes verebbten erst im 16. Jh., und noch 1569 wurde dieser in der

„Mercatorschen Weltkarte“ von 1569 mit einem Kreuzzepter dargestellt, wie unten zu sehen:

 

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Kleine Zahlenspielereien:

 

Interessantes Detail: dem Priesterkönig Johannes seinen 72 Könige untertan gewesen, und Salomo hätte 72

Dämonen zum Dienst am Tempelbau gezwungen, und in der jüdischen Kabbala hätte Gott 72 Namen...

 

Im sogenannten 159 „Slavischen Henochbuch“ sei Melchisedek für 40 Tage in das Haus des Priesters Nir eingetreten,

was mit anderen Bedeutungen der Zahl 40 korrespondiert , die wir in der Bibel vorfinden:

40 Jahre wanderten die Israeliten durch die Wüste, wo auch Jesus 40 Tage fastete und versucht wurde,

40 Tage war Mose auf dem Berg Sinai, und 40 Tage (alias Fernbleiben der Plejaden)

sind auch im Tympanon der Belsener Kapelle codiert160.

 

Zurück zu Melchisedek: wie man diesen nun auch einstufen mag: er begründete als „Priester des Höchsten“ einen Ritus (Wein + Brot), der zeitlich VOR dem aaronitischen/levitischen Priesterdienst seit Mose steht (Schlacht- und Brandopfer). Melchisedeks Opferdienst nimmt den durch Jesus gebotenen vorweg, worin wir auch eine Rivalität um Legitimation zwischen der konventionellen jüdischen Tradition vs. der christlichen des Opfer-/Tempeldienstes sehen, hat der Heiland doch selbst das „Allerheiligste Altarssakrament“ (Sein Kommen in Fleisch und Blut in der Hl. Eucharistie) so eingesetzt, wie es Katholiken und Orthodoxe noch heute feiern, mit den Gläubigen als „Tempeln des Heiligen Geistes“. Jesus ist zudem der höchste und finale «Hohepriester» und Friedensfürst, der die Vorwegnahme durch Melchisedek vollendet/erfüllt hat.

 

Hippolytus, Bischof von Rom (170-235 n. Chr.) wiederum sieht in der Tatsache, dass sowohl Melchisedek als auch

Johannes der Täufer den Heiland vorwegnahmen (jeder auf seine Art), eine Verbindung zwischen jenen beiden,

besser: ein- und dieselbe Person 161 162 . Welche nach Ansicht anderer sogar ÜBER Jesus stünde, weil sie zeitlich vor

diesem gewesen wäre, und im Gegensatz zu Jesus kein Geburtsregister vorweise, Johannes dann (alias

Neuverkörperung von Melchisedek) den Heiland sogar taufte, was dessen höhere Stellung zeigen würde... was die

zeitgenössische Legende um den „Priesterkönigs Johannes“ (siehe oben) begründet haben könnte.

Wir erinnern: gerade die Belsener Kapelle ist dem Hl. Johannes geweiht!

 

Wäre noch zu erwähnen, dass auch die gnostische antike Sekte der «Melchisedekianer» (zu frühchristlicher Zeit)

diesen höher als Jesus Christus einstufte163! Aber das nur am Rande.

 

Ob die Templer jene Ansicht, dass Melchisedek und/oder Johannes über Jesus stünden, teilten (vielleicht in einer

späteren Phase?), muss allerdings dahingestellt bleiben. Sicher ist jedoch, dass diese Ansicht vom Glauben her

betrachtet Humbug ist, denn Johannes der Täufer selbst sagte über den Heiland:

 

„Als aber das Volk im Wahn war und dachten in ihren Herzen von Johannes, ob er vielleicht Christus wäre, antwortete Johannes und sprach zu allen: >>Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber ein Stärkerer nach mir, dem ich nicht genugsam bin, daß ich die Riemen seiner Schuhe auflöse; der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen.<< (Lukas 3, 15-16). Später wollte Johannes noch sichergehen, dass Jesus wirklich der ist, auf den er gewartet hat, was Jesus dann bestätigte (Lukas 7, 18-23).

 

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Zwischenfazit: Tal der Tempelkönige

 

ir hätten zunächst in der Belsener Kapelle König Salomo, wie auch dessen Tempel codiert. Zu diesem gesellen sich um Mössingen dann noch andere Könige:

 

Als erste König Saul und König David, (der ja den Tempel bereits bauen wollte , aber noch nicht durfte), womit schon die ersten drei Könige von Israel/Juda abgebildet sind.

 

Dann Hiram, König von Tyros (Phönizien/Tyros alias „Tyrolerkopf“), Freund Davids und Salomos,

der Salomo auch half, den Tempel zu bauen.

 

Nicht zu vergessen den Pharao, König von Ägypten und Schwiegervater des Königs Salomo.

Ok, dieser ist kein „Tempelkönig“ :-)

 

In Johannes dem Täufer (Belsener Kapelle) dann den „König der Propheten“.

Immerhin liess sich Jesus (= Gott) ja auch von ihm taufen, was sehr bedeutsam ist!

Über Johannes den Täufer sagte der Heiland selbst:

„Ich versichere Euch: unter allen Menschen, die je geboren wurden, gibt es keinen grösseren als Johannes.

Und doch ist der Kleinste im Himmelreich grösser als er.“ (Matthäus 11, 11)

 

Später fanden wir Melchisedek, den „Priester des Höchsten“ und König von Salem.

Dieser wird übereinstimmend als „Präfiguration“ (Vorwegnahme) Jesu Christi gesehen.

 

Als weiterer Priesterkönig erschien gerade in der Bauzeit der Belsener Kapelle (um 1150) zusätzlich noch

der mythische „Priesterkönig Johannes“ (den wir vorher kurz behandelten)!!! D er aber nur eine Phantasterei,

eine damalige „urban legend“ war... ins Werk gesetzt wohl von irgendwelchen Johannes-Verehrern,

honni soi qui...

Einige sehen aber gerade in Melchisedek und Johannes dem Täufer Parallelen, genauer: ein- und dieselbe Person,

in verschiedenen „Inkarnationen“!

 

In Johannes von Patmos und seiner Vision des Himmlischen Jerusalem, wo der

Herr selbst der Tempel ist, und in der von ihm verfassten Apokalypse die Krönung aller biblischen Bücher.

Diese Apokalypse ist – wie wir später sehen werden - zwischen Beuren und Belsen in der Landschaft codiert... gerade um den abgegangenen Weiler St. Johann, welches wohl vor Belsen eine Kapelle hatte, die dem Hl. Johannes

geweiht war!

 

Die Belsener Kapelle weist ja ebenso Patroziniat des Hl. Johannes auf, was zu dieser Zeit beide Johannes meinte,

und auch den Evangelisten.

 

Zuletzt sogar noch Kaiser Titus, der den Jerusalemer Tempel im Jahre 70 n.Chr. zerstört hat.

 

Und als besonderes historisches Leckerli noch den röm. Kaiser Valentinian I., der selbst an der „letzten Schlacht der

Römer“, vermutlich bei Beuren nebenan(!), teilgenommen hat! Wobei dieser dort auch einen

goldenen Helm verlor, der als „güldene Krone“ in Melchingen nebenan in einer Sage eine Parallele hat bzw. fixiert

ist! Was wieder betont, dass Melchisedek ebenfalls ein König war, nämlich König von Salem.

 

Somit finden wir in der Landschaft um Mössingen und Belsen ein reichhaltiges Buffet vor, eine Art„Best of“ von

biblischen (und anderen) Königen, die alle mit dem Jerusalemer Tempel zu tun haben, wobei diese Könige den

ganzen „Lebenszyklus“ des Tempels zeichnen, von dessen Entstehung, über dessen Zerstörung; vom gegenwärtig

christlichen Tempel bis hin zum künftigen, der im Himmlischen Jerusalem regieren wird

(also der Herr selbst)...

 

Und je nach Zählweise finden wir hier 9 oder 12 relevante Könige codiert, beides bekannte „heilige“ Zahlen,

siehe dazu auch im ersten Artikel der Reihe.

 

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Gedankenspiele...

 

a wir 1.) Johannes den Täufer in und um Belsen, und Melchisedek in Melchingen/Salmendingen vor uns haben, und beide von manchen als ein- und dieselbe Person in verschiedenen „Inkarnationen“ gesehen wurden, verleitet das zu folgendem Gedankenspiel:

 

Die Geschichte der Könige (und des Tempels) hätte mit Melchisedek (alias Johannes d. Täufer, angeblich) begonnen, um dann mit Johannes von Patmos zu enden. So gesehen wäre ein- und

dieselbe Person, nämlich Johannes, die umfassende Klammer für den „templerischen“ Reigen bzw. die biblischen Könige in der Region...

 

2.) Wobei aber auch König Salomo auf hebräisch „Melech Salomo“ (bzw. „Shlomo“) genannt wird! So gesehen könnten Salmendingen und Melchingen wiederum für Salomo stehen. Demgegenüber steht aber die Tatsache, dass die Salmendinger Kapelle auf dem Kornbühl klar den Berg Golgotha (und damit den Kreuzestod Christi) repräsentiert, welcher manchen auch als Grab Adams und Höhle des

Melchisedek gilt164! Wobei die Belsener Kapelle vor Tempelsymbolik nur so strotzt (siehe dazu im 1. Artikel), was wir in Melchingen und Salmendingen nicht vorfinden... So können wir also eher annehmen, dass eben Melchingen/Salmendingen doch für Melchisedek, und Belsen für Salomo und den Tempel steht.

 

3.) Was könnte nun der Grund sein, dass Melchisedek oben (Melchingen und Salmendingen), und Salomo unten (Belsen) codiert wären?

 

Das könnte zur Topografie des Hl. Landes passen, denn oben auf der Alb (analog Galiläa = hügeliges Weideland) waren schon immer Schafe + Weiden = Hirtenvolk! Die Böden auf der Alb sind wenig fruchtbar, und auch aufgrund des dortigen rauheren Klimas für Landwirtschaft weniger geeignet als die Talregionen. Daher war dort oben schon immer mehrheitlich Wald- und Weideland. Ausnahme: die genügsamen Linsen...

 

Die bekannten Alblinsen (schwäbisch „Leisa“), die auf der Albhochfläche ebenfalls seit Menschengedenken angebaut werden --> lassen an das Linsengericht des Jakob/ Esau denken! Womit Ersterer dem Zweiteren das Erstgeburtsrecht abgekauft hatte. Neben Beuren haben wir wie zur Bestätigung noch die Flur „Linsenfeld“.

 

Somit hätten wir oben die Althebräer bzw. traditionelles Weideland, und unten bei Belsen etc. Salomo und den Tempel...

 

Vielleicht aber hat das auch mit einem zeitlichen Ablauf zu tun, je nachdem, aus welcher Richtung man es betrachtet... denn die Judäer/Israeliten waren lange ohne Tempel, und feierten ihre heiligen Feste und Gottesdienste mit der mobilen Stiftshütte, das Passahfest sogar noch länger dezentral in den Familien, bevor dieses unter König

Josia im Jerusalemer Tempel zentral vereinheitlicht wurde 165.

 

Schwierig auch, zu sagen, ob mutmasslich unsere lokalen Templer nicht nur ihrem grossen Vorbild Salomo, sondern auch ihrem späteren Patron Johannes (welcher ja damals alle 3 Johannes meinte) die „landschaftliche Ehre“ geben wollten? Das ist zwar spekulativ, erscheint nach aber nach allem Erörterten nicht unmöglich.

 

Eine interessante Variante wäre auch die Frage, ob die Templer – in einer späteren Phase - Salomo möglicherweise höher (weil menschlich gesehen früher) als Jesus einstuften? Denn über Salomo sagte Gott zu David:

„Er soll mein Sohn sein, und ich will sein Vater sein.“ (2. Samuel 7, 14 und 1. Chronik 17, 13).

Anm. d. Autors: „SOLL“ und „WILL“ - sind allerdings nicht „IST“ oder „WIRD“.

Unterschätze niemals die Präzision von Gottes Wort...

 

Gott wusste ja, dass Salomo fehlen würde (weswegen er ihn noch extra gewarnt hat, was passiere, wenn Salomo

nicht mehr sein Herz bei Gott hätte!). Vielleicht hat Jesus auch wegen dieser Bibelstelle gesagt:

„Hier steht jemand vor Euch, der grösser ist als Salomo!“ (Lukas 11, 31)

 

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Messias: der Gesalbte

 

Bild oben: Maria Magdalena salbt den Heiland, Miniatur von Jean Fouquet, zw. 1452-1460; gemeinfrei

 

essias alias Maschiach alias Christos/Christus heisst „der Gesalbte“ 166. Das sind Ehren- oder Königstitel, denn zu antiker Zeit mussten Könige in einem rituellen Akt gesalbt werden, um Amt und

(göttliche) Legitimation zu erlangen, in England noch bis heute167. Und nach jüdischer Tradition wurde der ersehnte und verheissene Erlöser „Maschiach“ alias Messias genannt, was in der frühchristlichen Gemeinde dann der Titel oder das Synonym für Jesus wurde, welcher seither als Jesus, der Messias verstanden wurde. Und tatsächlich wurde Jesus auch gesalbt, von Maria Magdalena, und hat sich

gegenüber einer Samariterin einmal selbst als der Messias zu erkennen gegeben (Johannes 4, 25). Nun haben wir bei Mössingen im Meisenbühl/Filsenberg und dem Kornbühl bei Salmendingen schon zwei „Messiasberge“ entdeckt...

 

Und wie heisst der Messias auf französisch? Messie!

Und wie heisst Mössingen bei den Einheimischen? Messingâ!

 

„Messias“ lässt grüssen, natürlich nur sprachlich! Entsprechend sind der Fussballstar Messi(e) und der Messias natürlich auch nur sprachlich ähnlich. Doch in einem millionenfach geklickten Video wurde Messi gar mit dem

Messias gleichgesetzt168. Was natürlich anmassend und eine Blasphemie ist. Aber diese Gleichstellung stammt nicht von Lionel Messi selbst. Immerhin ist Messi gläubiger Katholik, der betonte, dass es Gott war, der ihm den Weltmeisterpokal schenkte! So oder so sind Messi(e) und Messingâ, wie der Ort von uns Einheimischen seit je genannt wird, sprachlich verblüffend nahe beieinander! Und wer weiss, vielleicht ernennt die Stadt Mössingen aufgrund seines verwandten Namens neben dem Messias auch den weltbekannten Fussballer Messi einmal zum Ehrenbürger ;-)

 

Jetzt leitet sich gemäss der Ansicht einiger Okkultisten und Esoteriker das Wort „Messias“ vom ägyptischen messiu

bzw. von mash oder meseh ab, was „Krokodil“ hiesse 169. Denn die ägyptischen Pharaonen wurden wohl mit

Krokodilfett gesalbt 170... da haben wir es wieder, unser Krokodil von S. 17, welches uns ja auch im Farrenberg begegnet, welcher der Hausberg von MESSI-ngen (Mössingen) ist! Ob Templer das mit dem Krokodilfett wussten? Jedenfalls ist neben MESSI-NGEN gleich noch ein passendes KROKODIL zu finden :-)

 

Und wenn wir weitergraben, kommt noch mehr zum Vorschein: der Begriff „Belsamen“ oder „Balsamus“ hiess im

Urtext der Bibel (Nehemia 8, 4) wohl „Maaseiah“171! Was einerseits den Ortsnamen Belsen (nebenan) in einer Doppelrolle erscheinen lässt, und andererseits einmal mehr betont, dass Mössingen und Belsen auch namentlich nebeneinander stehen! Um nicht zu sagen, zusammengeschweisst sind :-)

 

Auf andere Entstehungen und Bedeutungen des Ortsnamens Belsen (wie etwa aus Bel/Baal, Belsamen/Baalsamus

oder auch bel für „schön“) bin ich ja im 1. Artikel der Reihe schon eingegangen172.

Ebenso auf Belkis173 – ein orientalischer Name für die Königin von Saba, die ja König Salomo beehrte, welcher in der Belsemer Kapelle seinen allegorischen Tempel hat!

 

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Mehr Flurnamen...

 

ier nur ein kleines „Brainstorming“, das noch einige Flurnamen in der Umgebung von Mössingen/Belsen aufführen soll. Was man daraus dann machen oder folgern soll? Vielleicht könnte man Linien oder Figuren von hier nach da ziehen, auch mit oder zu den bereits genannten Fluren, oder neue Zusammenhänge erschliessen. Aber das überlasse ich anderen, hier nur eine grobe Aufzählung.

 

Bild oben: Panorama von Salmendingen, vom Himmelberg aus gesehen; aus wikipedia free commons, von „Laserlicht“ 2016

 

Um Melchingen und Salmendingen finden wir noch den „Himmelberg“, den „Monkberg“ und den „Pfaffenberg“ (wo es

auch Grabhügel hat174). Diese „Berge“ könnten auch so heissen, weil sie einmal klösterlicher Besitz waren. Aber

eben: Doppelbedeutungen... Bei Wilmandingen dann noch die 175 „Bettburg“ (Betburg). Eine markante Erhebung, die

wohl auf weitgehend kultischen Zusammenhang schliessen lässt, vermutlich noch aus römischer Zeit 176. Einer anderen Deutung zufolge haben solche „Bet-Fluren“ mit den drei Bethen zu tun, ursprünglich antike germanisch/keltische Matronengottheiten, die unter dem Christentum in Heiligenfiguren oder Maria Muttergottes

überführt wurden177.

 

Der „Süssenwald“ (Name „Süss“) bei Trochtelfingen, analog dem Ort Süssen bei Ulm. Könnte mit der (krypto-)jüdischen Namenskodierung „süss“ für den Stamm Manasse zu tun haben (neben „Honig“ oder natürlich „Zucker“).

 

Den „Höllberg“ bei der Bärenhöhle, daneben der „Natternbühl“ ---> das erinnert an den Ausspruch Johannes des Täufers zu den Sadduzäern und Pharisäern: „Ihr Schlangen, Ihr Natterngezücht! Wie wollt Ihr dem Strafgericht der Hölle entrinnen?“ (Matthäus 23, 33). Gleich daneben den „Adamberg“! Jedenfalls ziemlich alttestamentlich!

 

Dann noch den „Höllenteich“ nebst dem „Höllenburren“ hinter dem Kornbühl (Salmendinger Kapelle). Bei solchen Fluren ist es kaum verwunderlich, dass der Kornbühl, auf welchem diese Kapelle steht, in alten

Hexenprozessen auch als 178 Hexen-Versammlungsplatz angegeben wurde! Links neben der Salmendinger Kapelle noch „Auf dem Lus“. Lus ist der alte biblische Name für Betel (Jakobskissen), wo Jakob vor seiner Flucht vor Esau seinen Kopf bettete, und von Engeln auf einer Leiter träumte (1. Mose 28, 19). „Lus“ ist also ein anderer Name für Betel (Haus Gottes) alias Jakobstein! Ergänzend dazu finden wir gleich nebenan unter dem Tirolerkopf diesen Jakobstein, sogar namentlich! Der Kornbühl mit der Salmendinger Kapelle hat es also in sich!

 

„Katz“ 179 ist ein unstrittig jüdischer Name, der „Priester der Gerechtigkeit“ heisst, analog Melchisedek! Bei Lichtenstein/Engstingen (ganz in der Nähe) haben wir den „Katzensteig“, ca. 1 km nordöstlich von Melchingen wiederum das „Katzental“... weiters das „Katzenbachgärtle“ zwischen Mössingen und Ofterdingen, und das „Katzenwadel“ bei Öschingen...

 

Nochmal zum „Ostertag“: dass gerade jener Zollerngraf genannt der „Ostertag“, der in der gleichnamigen Flur, und wohl auch im „Fritzenrain“, „Fritzenbronnen“ etc. zu finden ist, im Jahre 1333 starb, bedeutet, dass dieser das Ende der Templer live miterlebt hat! Um diese Zeit sind zwar die Zollern nicht als Mitglieder irgendeines Ritterordens zu

fassen, dafür bereits 1303 (also VOR Vernichtung der Templer) mit einem Mitglied im Deutschen Orden 180, und ab 1314 zusätzlich bei den Johannitern, wobei ein Sohn jenes „Ostertag“, Friedrich von Zollern, von 1392-1398 Prior des

Johanniterordens in Deutschland war181! Was den Ordensvorsteher meinte!

 

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Wir wissen, dass in Mössingen/Belsen Flurnamen wie Fritzenrain und Fritzenbronnen an Friedrich von Zollern erinnern, wobei mit dem Flurnamen „Ostertag“ gar deren Stifter namentlich angezeigt wird. Wie wir weiter wissen, durften eben die Deutschritter und die Johanniter die Templer nach deren Zerschlagung mit Erlaubnis der Kirche beerben! Demnach...

 

Und nach all der „templerischen“ Namensgebung in deren angestammtem Gebiet (eben dem Steinlachtal) zu schliessen: wäre es zu abwegig, anzunehmen, dass die Zollern bis zur Vernichtung des Ordens auch Mitglieder bei den Templern hatten?

 

Vor Aubingen

 

Zwischen Mössingen und Talheim befindet sich eine Wüstung, die „vor Aubingen“ heisst. Aubingen ist ein abgegangener Weiler, der wohl bis in den 30-jährigen Krieg Bestand hatte, bevor er verlassen und/oder zerstört

wurde 182. Die Namensgebung lässt zunächst auf eine dort liegende „Au“ schliessen, wobei es dann wie vergleichbare

Dörfer wohl einfach „Auingen“ (wie eines beim nahem Münsingen: Auingen – Wikipedia) oder „In der Au“ geheissen hätte... wie kommt aber das „B“ da rein?

 

Bei München in Bayern gibt es da noch ein „Aubing“, das aber von einem nicht belegten „Udo“ herstammen soll:

Aubing – Wikipedia. Da sind ja sogar unsere Mutmassungen noch seriöser :-)

 

Bernhard von Clairvaux - genannt der „Honigsüsse :-) jedoch gründete seine Abtei Clairvaux in der AUBE, einem Landstrich in der Champagne (heute ein Département), wo er 1115 von Graf Hugo von Payens ein Stück Wald

geschenkt bekam 183. Unten sehen wir einen Screenshot der Website von Tourismus Troyes, wo sogar noch der Gründer des Zisterzienserordens (welcher den Templern seit jeher eng verbunden war) genannt wird. Und wie hiess dieser gute Mann? ROBERT DE MOESME (!).

 

Das will für unser Moess-ingen nichts heissen: aber könnte es sein, dass Templer aus der Champagne und/oder Troyes hier in MÖSSINGEN UND AUBINGEN nach ihrer Heimat benannten bzw. ihrem Gönner, dem Herren von Moesme die Ehre geben wollten? Dass Auswanderer Orte in der Fremde nach ihrer Heimat benannten, war zu allen Zeiten üblich und beliebt: so auch bei der Besiedlung Amerikas in der Neuzeit, oder in Siebenbürgen, in Donauschwaben, teils im Russland des Mittelalters, durch damals deutsche (von Königen eingeladene) Siedler. Wobei unsere Templer hier kaum in grosser Anzahl ankamen (und wie in anderen Orden auch in einem rollierenden System als zeitweilige Verwalter/Komture eingesetzt waren, meist nur ein paar Jahre), und wohl selten mehr als 2-3 Mann im Steinlachtal hatten, nicht mitgerechnet natürlich die Knappen, Knechte und dienende Brüder.

 

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Weitere Stämme Israels in Flurnamen

 

Auffällig ist, dass in und um Mössingen viele Flurnamen mit „Hirsch“ zu finden sind. Auch im Hirschkopf, am Heuberg, neben dem Dreifürstenstein. „Lange Hirschen“, „Kurze Hirschen“ (zwischen Mössingen und Belsen, wo sich sicher auch früher kaum Hirsche herumtrieben), „Hirschental“, „Hirschhäusle“ bei Öschingen, „Hirschental“. Auch in diese Reihe nehmen könnte man den „Kirchkopf“ bei Talheim. Natürlich steht an dessen Fuss seit langer Zeit auch eine Kirche, daher auch vordergründig dieser Name. Doch der Name Hirsch kann in (krypto-)jüd. Namen auch zu

„Kirch“ werden 184, siehe auch Kirchner Ernst Ludwig Kirchner – Wikipedia oder Néstor Kirchner – Wikipedia. Der Hirsch aber ist das Symbol-Wappentier des Stammes Naftali!

 

Der Bär wiederum steht für Issachar, ursprünglich zwar ein Esel, der wurde später aber in einen Bären

umgewidmet185. Nicht nur nördlich von Mössingen, hinter Dachtel, finden wir einen „Bärengarten“, auch der „bärige“ Familienname in der Region könnte ähnliche Ursprünge haben.

 

Wir hätten in und um das Steinlachtals damit die Stämme Juda, Benjamin (wegen Jerusalem, das im Lande Benjamin lag, und welches durch den „Tempel“ der Belsener Kapelle repräsentiert wird), Levi und eben Naftali, eventuell auch Issachar. Das sind die nördlichen und südlichen Gebiete des antiken Israel.

 

Der Wolf wiederum (auch hier hätten wir ein paar Flurnamen: „Wolfenhecke“, „Wolfsgrube“ IN Mössingen) steht ebenfalls für Benjamin, aber den finden wir eher in Flur- und Familiennamen der Zollernalb, z.B. Im Wappen derer von Salmendingen (Salem = Jerusalem, in Benjamin!), welches 3 Wolfsangeln enthält! Aber auch beim Hechinger

Markus Wolf, der später Chef des Geheimdienstes der DDR wurde: Markus Wolf – Wikipedia Wolf bekannte sich stets zu seinen jüdischen Wurzeln, sein Spitzname „Mischa“, welcher klar jüdisch ist, bestätigt dies. Ein lustiger „Zufall“ ist, dass dieser in seiner Kindheit mit Klaus Kinkel befreundet war (ebenfalls in Hechingen aufgewachsen - zu Füssen des Hohenzollern!), welcher später zum Geheimdienstchef der westdeutschen BRD wurde, dann sogar Aussenminister. Partners in crime, auch beruflich :-)

 

An dieser Stelle sei auch erinnert an die traditionelle jüdische Gemeinde in Hechingen – mit Synagoge, welche

gerade in Hechingen seit Jahrhunderten Bestand hatte, bevor sie in der NS-Zeit ausgelöscht wurde 186. Wenn es nun stimmt, dass die Zollerngrafen nicht nur zeitweise templerisch waren, und somit auch jüdische Ursprünge hatten, würde eine realtiv grosse jüdische Synagoge zu ihren Füssen durchaus Sinn ergeben... Zufall?

 

Bild oben: Alte Synagoge in Hechingen; Lithografie mit unbekanntem Urheber aus der 2. Hälfte des 19. Jh., gemeinfrei

 

In Hechingen wurde auch die Jüdin Elsa Einstein, die Frau des Physikers Albert Einstein geboren (was sogar ihr

Geburtsname war!) 187. Recht prominent, unser Hechingen

Dörfer in der Umgebung

 

Ofterdingen 1: dort befindet sich das sogenannte „Ammonitenpflaster“ (Fossilien im Steinlachbett188): Ammoniten

hiessen tatsächlich schon früher, bei den alten Römern so (etwa bei Plinius189)! Also wohl auch im Mittelalter. Die Ammoniter wiederum waren alte Feinde der Israeliten, mit „greulichen“ Götzen, wie die Bibel sagt.

Ammon war 190 aber auch der alte Name für die ägyptische Oase Siwa (ein Orakel, zu dem ja grosse Feldherren wie Alexander der Grosse, Napoleon oder auch Rommel pilgerten). Dort war in der Antike das Zentrum des Kultes, wo der ägyptische Gott Ammon verehrt wurde, nach welchem aufgrund seiner gedrehten Hörner die Ammoniten auch

benannt sind 191. Amon ist aber auch der Name eines biblischen Königs, Vater des grossen Königs Josia!

 

Bild oben: Ammonitenpflaster in Ofterdingen; aus wikipedia free commons, von „Karsten11“ 2020

 

Ofterdingen 2: Patron der dortigen Kirche (welche zunächst auf dem heutigen Friedhofsberg war) ist der Hl. Mauritius. Er war der Anführer der legendären Thebäischen Legion, die in der heutigen Schweiz(!) ihr Martyrium

erlitt192. Diese Legion bestand aus ägyptischen Christen!

 

Neben der Oase Siwa (= Ammon!) ist also der Hl. Mauritius ein weiterer Ägypten-Bezug!

 

Bild oben: Mauritiuskirche in Ofterdingen, aus wikipedia free commons, von„Nucomu“ 2008

 

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Ofterdingen 3: Heinrich von Ofterdingen ist ein wohl fiktiver Minnesänger des Mittelalters, der sich auf der Wartburg abgeblich im „Sängerkrieg“ befunden hätte, mit dem Gralsautoren Wolfram von Eschenbach und Walther von der

Vogelweide 193! In diesem „Sängerkrieg“ trat der Legende nach auch Klingsor auf, ein Magier

aus Eschenbachs Gralsroman „Parzival“194. Hier hätten wir damit einen Bezug zum „Hl. Gral“ vorliegen!

 

Ganz so fiktiv war dieser Heinrich von Ofterdingen aber wohl doch nicht, denn der österreichische Autor Georg

Dattenböck schildert in seinem Buch 195 „Heinrich von Hag/ Ofterdingen – Verfasser des Nibelungenliedes!“ recht schlüssig, dass „Heinrich von Ofterdingen“ lediglich ein Pseudonym für den Adeligen Heinrich von Hag gewesen sei, welcher um 1200 das Nibelungenlied verfasst hätte... Bezug zum Nibelungenlied!

 

Bild oben: „Sängerkrieg auf der Wartburg“; Fresko in der Wartburg von Moritz von Schwind 1855

 

Ofterdingen 4: Auf dem alten Kirchberg des Ortes, wo heute der Friedhof liegt, war im Mittelalter ein sogenanntes Beginenkloster. Beginen waren eine Laiengemeinschaft von Frauen, die sich ihrer Nächsten annahmen, und sie

heilten und pflegten, aber ohne klösterliches Gelübde zusammenlebten 196. Nun erinnert deren Name klanglich an

die Beduinen, nordafrikanische Nomadenvölker, die auch in Ägypten und Palästina beheimatet sind197.

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