Endstation unvergesslich by art.TM - HTML preview
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Nervenklinik
Nach einer halben Stunde erreichte sie den Parkplatz bei der Klinik. Sie stellte das Auto ab, packte ihre Sachen unter den Arm und ging zur Pforte. Dort saß ein Mann mit Brille hinter der Glasscheibe und schaute sie an. Theresa begrüßte ihn:
»Hallo, ich habe eine Einweisung und muß auf die Station 4 zu Doktor Jewing.«
Der Pförtner wies mit seiner Hand nach links:
»Sie gehen dort vorne nach links, da sind die Aufzüge. Station 4a ist im 4. Stock. Dort melden Sie sich im Stationszimmer.«
»Vielen
Dank
für
Ihre
Auskunft.
Auf
Wiedersehen.«
und lief nach links vorne zum Aufzug. Sie stellte den Koffer ab und drückte auf den Knopf mit dem Pfeil. Es dauerte einige Zeit, bis die Tür aufging.
Mit dem Koffer und der Tasche in der Hand startete sie in die 4. Die Tür öffnete sich und Theresa hielt Ausschau nach einem Schild der 4a.
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Vor ihr war eine Tischtennisplatte, an der gerade zwei junge Männer um die 30 spielten. Ganz links waren einige Ledersessel, auf denen mehrere Leute saßen. Auf der linken Seite, schräg gegenüber vom Aufzug, befand sich die 4a. Mit etwas wackeligen Beinen ging sie darauf zu. Als sie an der Tischtennisplatte vorbeiging, grüßte einer der jungen Männer:
»Hallo, wie geht’s?«
»Hallo. Danke mir geht’s gut - und selbst?«
Der junge Mann grinste:
»Ich heiße Bobby und es ist schön dich zu sehen.«
Sie dachte der scheint ja gut drauf zu sein:
»Ich bin Theresa.«
Mit innerer Unruhe erreichte sie die Eingangstür und konnte in das Stationszimmer hineinsehen.
Dort saßen zwei junge Personen, eine Frau und ein Mann, an einem langen Tisch. Theresa stand im Türrahmen und machte sich bemerkbar. Die beiden drehten sich zur Tür hin. Sie sah sie an:
»Guten Tag mein Name ist Theresa Wullenbrook, ich habe eine Einweisung von meinem Psychotherapeuten Doktor Petersen. Mir wurde aufgetragen, ich soll mich bei Doktor Jewing melden.«
Der Mann nahm sich ihrer an:
»Hallo Frau Wullenbrook, mein Name ist Andrew Miller, ich bin der zuständige Pfleger. Herr Doktor Jewing ist in seinem Arztzimmer. Ich werde ihm 122
Bescheid geben, dass Sie da sind. Warten Sie hier solange.«
»Ja gerne.«
Daraufhin verließ der Pfleger das Zimmer, ging den langen Flur entlang und bog dann nach links ab. Es dauerte ein paar Minuten und er kam mit einem anderen Mann, Ende 30, wieder zurück. Der streckte die Hand aus und begrüßte Theresa:
»Hallo Frau Wullenbrook. Mein Name ist Doktor Jewing.«
Theresa reichte ihm die Hand:
»Hallo Herr Doktor Jewing. Ich habe eine Einweisung von meinem Psychotherapeuten Doktor Petersen.«
Dabei händigte sie ihm den Brief aus.
»Kommen Sie mit in mein Zimmer, dort können wir in Ruhe alles besprechen. Ihr Gepäck können Sie so lange hier stehen lassen.«
Dann drehte er sich herum und ging mit großen Schritten wieder den langen Gang zurück, bis hin zu seinem Zimmer. Theresa folgte ihm und sah sich zwischenzeitlich rechts und links um, was so alles auf der Station war. Sie passierten eine offene Tür zur Stationsküche. Er drehte sich zu ihr um:
»Wie sind Sie hierher gekommen?«
»Ich bin mit meinem Auto hergefahren.«
Währenddessen bogen sie im Flur links ab und blieben zwei Meter danach vor einer Tür stehen.
Es war ein kleines Zimmer, in dem viele Akten auf 123
dem Schreibtisch lagen. An einem kleinen runden Tisch standen drei Stühle. Er deutete mit seiner rechten Hand auf einen der Stühle:
»Bitte nehmen Sie doch Platz.«
Theresa antwortete mit einem Dankeschön und nahm auf dem Stuhl Platz. Er setzte sich ihr gegenüber und öffnete den Brief mit einem Brieföffner. Sorgfältig las er die Einweisung und begann dann zu fragen. Es waren die gleichen Fragen, die auch schon Doktor Petersen gestellt hatte. Sie beantwortete alles so, wie auch schon zuvor. Doktor Jewing kam darauf zu sprechen, dass sie Medikamente nehmen müsse.
»Ich gebe Ihnen ein Medikament, das gegen Ihre innere Unruhe und die Stimmen wirkt, die Sie manchmal hören. Das Medikament ist ein Neuroleptika
und
hat
relativ
wenig
Nebenwirkungen. Es kann sein, dass Sie durch die Einnahme ein verstärktes Hungergefühl haben und am Anfang ein wenig schläfrig sind. Ich gebe Ihnen eine Dosis von 15 mg. Morgens nach dem Frühstück nehmen Sie 5 mg und Abends zur Nachtruhe geben wir Ihnen eine Tablette mit 10
mg.«
»Muss ich heute Abend schon eine Tablette nehmen und wie lange wollen Sie mich hier behalten?«
»Nein, wir beginnen erst morgen früh mit der Medikation. Dann werden auch Ihr Blutdruck und der Puls gemessen. Morgen Mittag nehmen wir 124
Ihnen noch ein wenig Blut ab. Es ist schwer zu sagen, wie lange Sie bleiben müssen. Ich schätze, dass es mindestens 6 Wochen dauern wird. Nun das ist alles, Sie können jetzt wieder zurück auf die Station. Der Pfleger, Herr Miller, wird Ihnen Ihr Zimmer zeigen und noch alles andere erklären.«
Er reichte ihr die Hand:
»Dann bis morgen Frau Wullenbrook. Ruhen Sie sich jetzt erst einmal aus.«
Theresa ergriff zum Abschied seine Hand:
»Vielen Dank Herr Doktor Jewing.«
Sie verließ das Zimmer und ging zurück zum Stationszimmer. Dort saß Andrew Miller und las Zeitung. Er wandte sich zu ihr:
»Nehmen Sie Ihr Gepäck und kommen Sie mit, ich zeige Ihnen Ihr Zimmer.«
Er marschierte den langen Flur entlang und Sie folgte ihm mit dem Koffer und der Tasche hinterher.
»Sie liegen auf der 415, einem Dreibettzimmer, mit zwei anderen Frauen. Theresa wunderte sich, dass sie kein Einzelzimmer bekam:
»Warum bekomme ich kein Einzelzimmer?«
»Ganz einfach, weil momentan alle belegt sind.«
Zwischenzeitlich sind sie einmal rechts und einmal links um die Ecke gebogen und standen nun vor der 415. Der Pfleger klopfte an die Tür, wartete und öffnete sie. Theresa folgte ihm in ihre neue Schlafstätte, in der drei weiße Betten standen. Auf 125
dem Bett am Fenster lag eine Frau, so um die 40.
Sie grüßte Theresa mit einem:
»Hallo, ich heiße Josy White.«
Sie ging zu Josy ans Bett und reichte ihr die Hand:
»Hallo, ich heiße Theresa Wullenbrook.«
Der Pfleger hatte unterdessen eine Tür im Wandschrank aufgeschlossen und meldete sich:
»Das ist Ihr Kleiderschrank, hier können Sie Ihre Sachen unterbringen.«
Dann zeigte er auf ein leeres Regal Fach über dem Schrank:
»Hier oben können Sie den Koffer und Ihre Tasche verstauen. Das Bett in der Mitte gehört Ihnen.
Ebenso das Nachttischen daneben.«
»Ist gut, danke.«
»Am besten, Sie kommen jetzt mit mir mit, dann zeige ich Ihnen alles. Haben Sie Hunger?«
»Nein, ich habe bereits zu Abend gegessen.«
»Macht nichts, ich zeige Ihnen trotzdem als erstes unsere Küche. Wie Sie vielleicht schon bemerkt haben, ist unsere Station ringförmig angelegt.
Einige Patient:innen nutzen das aus und machen Abends, bevor sie ins Bett gehen, noch einen kleinen Rundgang.«
Dabei betrat er die Küche.
»Hier ist der Kühlschrank mit Milch und verschiedenen Kleinigkeiten zum Essen. Das ist der Schrank mit dem Brot, der Marmelade und dem Müsli fürs Frühstück. Der Raum nebenan ist der Speisesaal. Dreimal am Tag wird hier 126
gegessen. Frühstück gibt es ab 7 Uhr, Mittagessen ab 12 Uhr und Abendessen ab 17:30 Uhr. Ab 21
Uhr sind die Küche und der Speisesaal abgeschlossen.«
»Gibt es verschiedene Essen zur Auswahl?«
»Ja, es gibt zwei normale Menüs und eine Schonkost.«
Währenddessen zeigte er auf den Speiseplan für diese Woche, der an der Wand hing. Andrew Miller verließ die Küche und lief im Flur ein Stück weiter nach vorne. Er hielt vor einer geschlossenen Tür:
»Hier ist das Wohnzimmer mit einem Fernseher und einer Stereoanlage. Das Zimmer ist unter der Woche bis 23 Uhr und am Wochenende bis 1 Uhr zugänglich.«
Andrew öffnete die Tür zum Wohnzimmer, in dem zwei Personen die Nachrichten im TV sahen und rief in die Runde:
»Hallo, das ist eine neue Patientin – Theresa Wullenbrook!«
Theresa grüßte ebenfalls: »Hallo zusammen!«
Danach gingen die beiden weiter, bis Andrew auf eine Tür zeigte:
»Hier ist die Damentoilette. Daneben ist das Badezimmer.«
»Ist das das einzige Badezimmer auf der Station oder gibt es da noch eines?«
»Auf der gegenüberliegenden Seite des Ringes gibt es noch einmal ein Badezimmer. Das war im Prinzip alles, was ich Ihnen zeigen wollte. Einen 127
Moment noch, hat Ihnen Doktor Jewing gesagt, das Sie die Station nicht verlassen dürfen?«
»Nein, das hat er nicht gesagt.«
»Es wird Morgen nach der Untersuchung entschieden, wie lange Sie die Station nicht verlassen dürfen. Ich gehe jetzt wieder zurück auf das Stationszimmer. Falls Sie noch etwas brauchen, dann kommen Sie einfach bei uns vorbei. Ansonsten wünsche ich Ihnen eine gute Nacht.«
Leicht entmutigt, dachte sie, der Pfleger kann ja nichts dafür, dass ich keinen Ausgang habe.
Sie verabschiedete sich von Andrew:
»Vielen Dank, dass Sie mir alles gezeigt haben.
Hoffentlich kriege ich bald Ausgang.«
Ein Lächeln zeigte sich in seinem Gesicht:
»Ich hoffe es auch für Sie.«
Dann ging er wieder zurück und Theresa schlenderte gemütlich in Richtung ihres Zimmers.
Sie öffnete die Tür und sah ihre Zimmergenossin auf dem Bett liegen. »Haben Sie Ausgang Frau White?«
»Ja, das habe ich. Ich bin auch schon seit zwei Wochen hier. Aber wollen wir uns nicht duzen, denn das ist hier so Sitte. Ich bin Josy.«
»Also gut, du kannst mich Theresa nennen.«
Theresa warf ihren Koffer aufs Bett und begann mit dem Auspacken. Der Schrank war leider nicht allzu groß. Sie musste die Hälfte ihrer Sachen im Koffer lassen und stöhnte, als sie ihn in das 128
Regalfach hievte. Die Schuhe aus der Tasche fanden auf dem Boden des Schrankes ihren Platz.
Die Tasche wurde wie der Koffer oben im Regal verstaut. Nachdem die Arbeit soweit getan war, beschloss sie, noch einen Tee aus der Küche zu holen. Sie machte Josy den Vorschlag:
»Soll ich dir etwas aus der Küche mitbringen? Ich hole mir eine Tasse Tee.«
»Ja, gerne ich trinke auch einen Tee. Am besten bringst du gleich eine ganze Kanne Tee mit. Oder warte, ich komme mit. Das kannst du sowieso nicht alleine tragen.«
Theresa war sichtlich erfreut über Josys Vorschlag.
Die beiden gingen zusammen in die Küche. Josy erklärte mit großer Gestik:
»Die Teebeutel sind in dem Schrank, wo auch die Marmelade drin ist. Die Teekanne und Tassen sind in dem Schrank darüber und heißes Wasser kriegst du aus dem Automaten.«
»Willst
du
Hagebuttentee
oder
Früchteteemischung?«
»Am liebsten trinke ich die Früchteteemischung.«
Theresa nahm drei Teebeutel aus dem Karton und ließ sie in die Teekanne fallen. Anschließend goss sie am Automaten die Kanne voll mit heißem Wasser. Josy hatte zwischenzeitlich zwei Tassen aus dem Schrank geholt. Und so machten sich beide auf den Weg zurück ins Zimmer. Theresa war neugierig und wollte wissen: »Bekommst du Medikamente?«
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Josy setzte sich gerade wieder auf das Bett, stellte die Tasse auf ihr Nachttischchen und schenkte sich den Tee ein. Sie legte die Stirn in Falten:
»Ja, ich nehme Medikamente gegen meine Depressionen.
Das
hilft,
meine
Stimmungsschwankungen wieder auszugleichen.
Wenn ich ganz unten bin und mir am liebsten etwas antun würde, um allem ein Ende zu bereiten, dagegen helfen die Tabletten.«
In ihrer Stimme klang ein Ton von unterdrücktem Schmerz mit.
Theresa wusste einen Augenblick lang nicht, was sie darauf sagen sollte. Als sie sich wieder gefasst hatte, begann sie von sich zu erzählen.
»Ich weiß noch ziemlich wenig über meine Krankheit.
Doktor
Jewing
und
mein
Psychotherapeut haben mir mitgeteilt, dass ich eine Psychose hätte.«
»Ich weiß von einer Patientin, die auch eine Psychose hat, dass sie des Öfteren an panischen Angstzuständen leidet. Dann traut sie sich nicht aus der Wohnung und kann auch nicht zur Arbeit gehen. Sie fühle sich dann immer wie ein kleines hilfloses Wesen.«
Erzählte Josy und sah dabei zu Theresa hinüber, die sich zwischenzeitlich auch auf ihr Bett gelegt hatte.
»Bei mir ist es so ähnlich. Ich bin aber selbst Schuld daran, da ich mich zu lange von der Gesellschaft mit anderen zurückgezogen habe.
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Einen Freund habe ich auch schon ein Weilchen nicht mehr gehabt. Die Ängste in Bezug auf meine Umgebung, vor allem Fremden gegenüber, sind immer dramatischer geworden.«
Theresa war in Gedanken versunken.
»Warum hast du so spät einen Psychotherapeuten aufgesucht?«
»Ich habe gehofft, dass es eines Tages wieder aufhören würde. Die ganze Zeit über habe ich es verdrängt. Dabei ist es immer schlimmer geworden. Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen und als heute Morgen der Wecker rasselte, fühlte ich mich seelisch am Boden. Es war unmöglich in die Schule zu gehen.«
»Bist du Lehrerin?«
»Ja, ich bin Mathematiklehrerin an einer Highschool und unterrichte die Klassen 10 bis 12.«
»Ich bin zurzeit arbeitslos. Eigentlich bin ich Erzieherin, aber seitdem ich Depressionen habe, bin ich nicht mehr in der Lage, den Beruf auszuüben. Wenn ich ein Tief habe, dann ertrage ich das Kindergeschrei nicht mehr.«
»Ich bin müde, der heutige Tag hat mich ziemlich gestresst. Laß uns schlafen und morgen weiter reden.«
»O.k. gehen wir schlafen.«
Theresa stand vom Bett auf und ging zum Waschbecken. Sie nahm sich ihre Zahnbürste und begann ausgiebig die Zähne zu putzen. Danach spritzte sie sich noch ein bisschen kaltes Wasser 131
ins Gesicht und trocknete sich dann mit ihrem Handtuch ab. Während sie sich im Spiegel betrachtete:
»Na, meine liebe, das hättest du dir auch nicht gedacht, dass du heute Abend in einer Nervenklinik schläfst.«
»Was hast du gerade gesagt?«
»Ach nichts. Ich habe nur mit mir selbst geredet.
Du kannst jetzt ans Waschbecken ran, ich bin fertig.«
wich Theresa ihr aus und ging zurück ins Bett.
Josy schaute zu ihr:
»Soll ich das Licht ausmachen?«
»Ja gut. Ich will jetzt sowieso nur noch schlafen.«
Mit einem: »Also dann gute Nacht Theresa. Schlaf gut.«
entließ Josy sie in die Nachtruhe.
»Gute Nacht Josy.«
Die Nacht verlief ruhig.
Am nächsten Tag, um 7 Uhr morgens, flog die Tür auf und eine Pflegerin kam ins Zimmer:
»Aufstehen. Es ist jetzt 7 Uhr. Um 8:30 Uhr ist Frühsport. Guten Morgen Frau Wullenbrook, es ist Zeit zum Aufstehen.«
Dann drehte sie sich um und verließ wieder das Zimmer.
Theresa öffnete die Augen und streckte erst einmal ihre müden Glieder von sich. Sie fühlte sich heute Morgen wieder ausgeruht und kräftig. Mit einem Blick zu Josy, die ebenfalls gerade aufwachte und 132
sich aufzurichten begann. Sie schaute zu Theresa herüber und begrüßte sie mit müder Stimme:
»Guten Morgen Theresa. Hast du gut geschlafen?«
»Ja, ich habe die ganze Nacht ohne Probleme durchgeschlafen. Ich fühle mich heute richtig gut.
Übrigens was bedeutet das, Frühsport machen um 8:30 Uhr?«
»Tja, d.h. um 8:30 Uhr treffen wir uns alle am Stationszimmer und gehen dann entweder spazieren oder machen Gymnastik. Je nachdem, es wechselt immer wieder.«
»Na ja, der Figur kann es ja nicht schaden.
Gewohnt bin ich das, so früh am Morgen, allerdings nicht.«
»Lass uns jetzt erst einmal frühstücken. Ich habe einen riesigen Hunger.«
und quälte sich aus ihrem Bett. Sie schlüpfte in ihre Pantoffeln und ging zur Tür, drehte sich um:
»Kommst du Theresa?«
»Ja, ich komme schon.«
Auf dem Flur begegneten ihnen noch zwei weitere Patienten, die sie mit einem „Guten Morgen“
begrüßten. Josy bemerkte dazu:
»Das waren Sally und Rose. Sally ist die Mutter von drei Kindern und leidet an einer Schizophrenie.
Sie
ist
eine
neugierige
Tratschtante, die ich nicht so sehr mag. Rose hat Depressionen wie ich. Sie ist mehr der stille Typ.
Ich kann sie gut leiden.«
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Als sie in der Küche angekommen waren, nahmen sich beide erst einmal einen Teller. Josy zeigte auf einen Korb:
»Hier gibt es frische Brötchen. Du kannst dir maximal zwei davon nehmen. Wenn du lieber Müsli und Milch willst, dann nimmst du dir eine Schüssel aus dem Schrank.«
»Ich esse zuerst ein Brötchen mit Marmelade und danach noch ein Müsli.«
»Setzen wir uns zu Bobby und Timothy. Die sind immer ganz lustig drauf.«
Josy und Theresa nahmen am Tisch platz und grüßten mit einem
»Hallo Boys.«
»Ach, du bist es Theresa. Willkommen in unserem Single-Club. Darf ich dir vorstellen, dass ist Timothy unsere revolutionäre Ideenmaschine.«
witzelte der ihr bekannte Bobby.
»Und das ist Bobby der einzige, einsame Frauenheld dieser Welt.« konterte Timothy.
»Hahaha.«
»Na dann können wir ihn ja gleich einmal ein bisschen trösten.« neckte die liebe Theresa.
»Danke, das macht eigentlich immer die Pflegeschwester Kathrin. Aber Timothy könnte eine Herzdame gebrauchen.« schlug Bobby vor.
»Ich werde mir eine erfinden. Wenn es nicht klappt, dann nehme ich natürlich gerne eine natürlich
gewachsene,
gut
aussehende,
sympathische, vorzüglich kochende, schlanke, gut 134
küssende, an Ideen interessierte, gerne lachende, sportliche, intelligente Putzteufelin.«
»Dann erfinde dir lieber eine.« flunkerte Theresa und fing an zu lachen.
»Oder du könntest eine Anzeige aufgeben.« schlug Josy vor.
»Wenn du auf die Putzteufelin verzichten würdest, dann wäre ich genau die Richtige.« frohlockte Theresa und schenkte ihm einen Blick mit viel Tiefgang.
»Solange ich noch keine erfunden habe, wäre das eine gute Interimslösung.«
»Ich möchte aber keine Interimslösung sein.«
»Du hast doch nicht eine Beziehung auf ewig im Sinn?«
»Meinst du mit ewig etwa unendlich lange? Das wollte ich damit nicht sagen.«
»Du willst doch nicht etwa Mathematik mit Liebe verknüpfen?«
»Warum nicht, das eine schließt das andere doch nicht aus. Bei mir ist es in einer Person vereint.«
»Willst du damit sagen, das du so etwas wie eine Mathematiklehrerin bist?«
»Gut geraten. Bist du jetzt immer noch an einer Interimslösung interessiert?«
»Menschen die für alles eine logische Erklärung haben, waren mir schon immer sympathisch.«
Bobby sah auf die Uhr:
»In fünf Minuten ist Frühsport. Lasst uns aufstehen.«
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Die vier räumten das Geschirr weg und gingen zum Stationszimmer, um sich mit den anderen zu treffen.
Der
klinische
Physiotherapeut
kam
zum
Stationszimmer und begrüßte die Patient:innen mit einem fröhlichen
»Guten Morgen. Wir werden jetzt im Wald spazieren gehen.«
Die Gruppe marschierte los und Josy gesellte sich zu Theresa am Ende der Gruppe. Sie verließen das Klinikgelände und erreichten den Waldesrand.
Josy zog Theresa an ihre Seite und flüsterte:
»Kannst du es für dich behalten, wenn ich dir sage, dass ich für die CIA arbeite?«
»Für wen arbeitest du? Warum verrätst du mir das?«
»Es geht nicht um dich, sondern um Timothy.«
»Hat er etwas verbrochen?«
»Nein, es geht um High Tech und neue Ideen von nationalem Interesse.«
»Du meinst, weil er eine Ideenmaschine ist?«
»Genau, und zwar eine vom Typ der Unschlagbaren. Also behältst du es für dich?«
»Ja natürlich.«
»Timothy darf es nicht erfahren. Bevor er beschließt seine Ideen an eine andere Nation zu verkaufen, werden wir einschreiten.«
»Aber warum kauft ihr sie ihm dann nicht ab?«
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»Weil unsere Bosse ihn nicht mögen. Sie halten ihn für einen schlechten Patrioten. Bevor er aber auf der Straße landet, werden wir eingreifen.«
»Wie seid ihr auf ihn aufmerksam geworden?«
»Durch Zufall hat einer unserer Agenten gehört, dass es jemanden in Chicago gibt, der tolle Ideen hat, aber für niemanden arbeitet.«
»Und seit dem überwacht ihr ihn?«
»Ich kann dir erzählen was ich von meinen Vorgesetzten gehört habe.«
»Da bin ich aber gespannt.«
»Also pass mal auf.«
So begann Josy von Timothy zu erzählen. Sie berichtete jegliches Detail, das sie aus der Überwachung kannten.
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Timothy Akinborough
