Der Tote im Sand by art.TM - HTML preview

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Kapitel 5

Da erscheint am Horizont ein Polizeiauto. Mit Blitzgeschwindigkeit scheint es zum Strand von La Savina zu fliegen. Nur wenige Sekunden später hält es am Tatort. Mit lässiger Körperhaltung steigen zwei uniformierte Polizisten aus dem Auto. Sie haben vor Kurzem ihre Ausbildung an der Polizeischule in Madrid mit Bravour absolviert. Ja, ihre natürliche Empathie prädestiniert sie für diese sensible Aufgabe.

Ganz in kriminalistischer Manier beziehen die beiden Polizeibeamten Stellung vor Isabella und Ella. Der eine, Pedro, befragt Isabella, ob sie diejenige ist, die den Fund des Toten gemeldet hat. Sie bestätigt dies und weist mit einem Fingerzeig zum Strand und sagt: "Da drüben liegt die Leiche. Es ist Rod Hancock."

Unter seelischer Qual leidend ... ergreift Ella das Wort und sagt: "Das ist mein Mann, Rod. Und ich bin Ella Hancock."

Der andere Polizist, Carlos, befragt Ella: "Sind Sie in der Lage, mir ein paar Fragen zu beantworten, Frau Hancock?"

"Bitte nur die nötigsten", gibt die völlig niedergeschlagene Ella zu verstehen.

Voller Mitgefühl erkundigt sich Carlos: "Wann haben Sie Ihren Mann zuletzt gesehen?"

"Vor einer Woche, in unserem Haus in London", erklärt Ella.

"Haben Sie sich für ein Treffen auf Formentera verabredet?", ermittelt Carlos vorsichtig.

"Wir wollten uns morgen, in der Villa von Isabella treffen. Das hatten wir gestern telefonisch besprochen", berichtet Ella unter Tränen.

Carlos ist sich der tragischen Situation bewusst und fragt ganz beiläufig:

"Hat Ihr Mann irgendeine Gefahr erwähnt?"

"Nein, in keinster Weise. Er war sehr erfreut über seinen geschäftlichen Erfolg in Barcelona", teilt Ella mit.

"Das war's fürs erste, vielen Dank für Ihre Auskunft. Unsere Polizeipsychologin wird mit Ihnen Kontakt aufnehmen. Sie steht Ihnen gerne zur Seite. Für weitere Fragen melden wir uns dann noch einmal bei Ihnen", sagt Carlos und gibt Pedro den Wink, dass sie jetzt zur Leiche gehen würden.

Die beiden stehen vor dem im Sand liegenden Toten und erkennen sofort, dass die schweren Kopfverletzungen auf einen Mord hinweisen könnten.

"Wir müssen den Tatort für die Spurensicherung einzäunen.", schlägt der übereifrige Pedro vor.

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Der ausnahmsweise Arbeitsfreudige erkundigt sich noch: "Was sollen wir als Nächstes unternehmen?"

Carlos staunt über den neugierigen Kollegen, nimmt sein Handy und antwortet: "Ich informiere schnell unseren Vorgesetzten." Er teilt seinem Chef mit, dass sie die Leiche gefunden haben und dass Sie anhand der Verletzungen vermuten, dass es sich um einen Mord handelt.

Carlos kommt auf die geniale Idee, den im Hotel Riviera gastierenden Inspektor von Scotland Yard zu kontaktieren. Heute Morgen wurde in der Tageszeitung in einem Artikel von ihm berichtet. Man nannte ihn den besten Inspektor von ganz Großbritannien. Das ist der richtige Mann für diesen Fall, da sind sich beide einig.

"Das ist doch der berühmte Inspektor Campbell", meint Pedro.

"Ja, wir gehen zu ihm und holen uns Rat", sagt Carlos und sperrt den Tatort mit einem roten Polizei-Markierungsband ab. Das soll die Schaulustigen von der Leiche fernhalten, damit die Spurensicherung ihre Arbeit verrichten kann. Mehr gibt es im Moment nicht zu tun.

Die beiden Uniformierten marschieren zu ihrem Dienstauto und rasen mit Blaulicht über die Landstraße zu Steve Campbell im Riviera, der kriminalistischen Koryphäe aus good old England. Pedro gibt über Funk an die Dienstzentrale durch: "Wir sind auf dem Weg zum Hotel Riviera, um Inspektor Campbell zu kontaktieren."

Der Beamte von der Zentrale meldet: "Habt Ihr den Tatort abgesperrt, damit die Paparazzi nicht an die Leiche herankönnen?"

"Selbstverständlich, du Schlaumeier, wir sind ja nicht von gestern!", gibt der genervte Pedro mit harscher Stimme zu verstehen.

"Jetzt komm mal wieder runter, du überheblicher Supermann", scherzt der gereizte Kollege.

"Wenn du nicht sofort die Klappe hältst, dann schieße ich dein Mittagessen zum Mond", brüllt Pedro in das Mikro.

"Wart's ab, da ist eine Todeskugel auf dem Wege in deinen blöden Schädel", krächzte der Gestresste von der Zentrale.

Carlos grinst vor Freude über die spannende Unterhaltung und lenkt das über die Ebene fliegende Polizei-Vehikel in bravourös lässigem Stil zum Ziel.

Er zieht gemächlich die Handbremse, denn sie sind soeben angekommen.

Ein letzter Blick in den Innenspiegel, um zu sehen, dass er so schick wie eh und je ist. Pedro ist bereits ausgestiegen und wartet ungeduldig auf seinen Partner. Sekunden später schreitet das Duo zielsicher auf die Rezeption zu.

Dort steht eine wasserstoffblonde, super schlanke Schönheit, die sich in souveräner Haltung als Frau Rodriguez vorstellt.

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Pedro bläht sich ein wenig auf und stellt sich als Polizist, der auf der Suche nach einem Herrn Inspektor Steve Campbell ist, der Blondine vor. Sie wählt die Nummer von Herrn Campbell und informiert ihn, dass zwei Herren von der Polizei ihn sprechen möchten.

Die wasserstoffblonde Grazie bittet die beiden, den Aufzug in den dritten Stock zum Zimmer 310 zu benutzen.

Pedro räuspert sich ein wenig und schnattert den Dankesgruß: "Wir Hüter des Gesetzes stehen auf ewig in Ihrer Schuld, Frau Rodriguez."

Carlos schaut ihr tief in die Augen und sendet ihr einen Handkuss. Wie zwei glorreiche Helden, schwenken sie ihren Astralkörper in Richtung Aufzug.

Und wieder einmal entdecken wir, die Polizei kann mehr als nur blöde Fragen stellen. Ja, sie sind der ganze Stolz einer großartigen Nation. Sie stehen für Recht und Ordnung ... mit all ihrem Können. Das Verbrechen hat gegen diese beiden Supermänner keine Chance. Egal ob mit oder ohne Waffe. Sie kennen kein Erbarmen. Die Zukunft des Landes baut auf sie.

Campbell sitzt auf dem Balkon und sieht das Polizeiauto ankommen. Die wollen doch nicht etwa zu mir, kommt es ihm in den Sinn. Doch dem ist so

... wie sich wenig später herausstellt. Ein dezentes Klopfen an der Tür weckt ihn aus seinen Gedanken. Er bittet die angekündigten Polizisten einzutreten. Die Tür geht auf und im Türrahmen die leuchtende Erscheinung ... zwei glorreiche nervöse Vertreter der spanischen Polizei -

Pedro und Carlos.

Carlos ergreift das Wort und sagt: "Guten Morgen Herr Campbell - bitte entschuldigen Sie die Störung in Ihrem Urlaub, doch wir haben eine Leiche am Strand."

"Das ist ja wohl ein triftiger Grund für Ihren Besuch.", meint Steve Campbell.

Sie erläutern wortreich den Fund der Leiche, in der Bucht von La Savina.

Steve erkundigt sich, ob die Mordkommission in Barcelona informiert ist.

Sie verneinen dies und berichten dem Inspektor, dass sie geradewegs zu ihm gekommen sind.

Er beruhigt Pedro und Carlos mit den Worten: "Ich ziehe mir nur schnell etwas über, dann können wir direkt zum Tatort und geben Barcelona noch kurz Bescheid."

Die drei Helden des staatlichen Gewaltmonopols machen sich auf den Weg, zum Ort des Verbrechens. Wieder einmal wartet ein Mord auf den erfolgreichsten Schnüffler der kriminalistischen Welt. Wird er die Tatverdächtigen überführen und sie zum Opfer seiner Arbeit degradieren?

Steve zückt im Auto sein Handy um den Kollegen, Leon Martinez, von der Mordkommission in Barcelona zu kontaktieren.

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Er schildert die Situation und will wissen: "Darf ich mir den Tatort ansehen, bis Sie eintreffen?"

Leon ist sofort damit einverstanden und antwortet: "Ja, dass genehmige ich Ihnen, Herr Kollege."

Campbell verabschiedet sich: "Dann bis nachher, wir treffen uns am Tatort."

Am Strand angekommen, zeigt Pedro auf die Parkbank und erklärt:

"Das sind die Frauen, sie haben die Leiche entdeckt. Die Frau zur Linken ist Ella Hancock, die Gattin des toten Rod Hancock. Und die Frau zur Rechten ist Isabella Sanchez, die Freundin von Ella."

Steve stellt sich vor: "Guten Morgen, ich bin Inspektor Campbell, aus London und verbringe hier meinen Urlaub. Und später kommt mein Kollege, Leon Martinez, der zuständige Kommissar aus Barcelona."

Er schaut die beiden an und sagt: "Versuchen Sie sich zu beruhigen und erklären Sie mir bitte was passiert ist."

Isabella wispert mit schwacher Stimme: "Ich kann nicht mehr. Würden Sie uns bitte nach Hause fahren?"

Der Inspektor erkundigt sich nach der Adresse und teilt seinem Kollegen Carlos mit: "Bitte bringen Sie die beiden zu ihrem Haus in der Kolumbusstraße."

Er schaut auf Isabella und informiert sich voller Mitgefühl: "Kann ich irgend jemanden für Sie kontaktieren, der hier zum Strand kommt?"

"Wären Sie so nett und würden Sie bitte meine Tochter Maria Sanchez anrufen?" haucht Isabella.

Mit sanfter Stimme fragt der Inspektor: "Kann ich Sie alleine lassen oder soll ich eine Polizistin her bitten?"

"Wir kommen schon klar, bis meine Tochter kommt.", sagt Isabella.

"Okay. Dann schaue ich mir den Tatort an.", erklärt Steve und schreitet in Richtung der Leiche. Er dachte so ganz nebenbei, was für ein Zufall, dass Ella ihren Gemahl am Strand gefunden hat. Ihm fällt ins Auge, dass die Leiche eine Kopfverletzung hat. Rod wurde mit einem harten Gegenstand die Schädeldecke zertrümmert. Aber nirgendwo ist eine Tatwaffe. Die Indizien sprechen dafür, er ist nicht ertrunken. Nein, es war eindeutig ein kaltblütiger Mord. Der Inspektor versucht zu rekonstruieren wie der Mord durchgeführt wurde.

Das Motiv für den Mord zu entdecken, ist das dringlichste Anliegen. War dieses Kapitalverbrechen ein Raubüberfall oder ein Kampf zwischen Feinden? Was ist die richtige kriminalistische Strategie für diesen Fall?

Geschah es am Strand oder auf einem Schiff? Gibt es Insider im Freundes-und Bekanntenkreis? Ist er das Opfer von Liebe oder Eifersucht? Ist Ella 18

der Dreh- und Angelpunkt für die Lösung dieses Falles? Wer wird den entscheidenden Hinweis liefern?

Die beiden Freundinnen werden inzwischen von der Tochter und einer Polizistin betreut. Inspektor Campbell geht auf sie zu und erkundigt sich bei Ella: "Hat die Reise von Rod in London begonnen?"

"Wir hatten vereinbart, dass er eine Woche nach mir, via Barcelona nach Formentera reisen wird. Das habe ich Ihrem Kollegen Carlos erzählt."

"Ja, Carlos hat mir mitgeteilt, dass Ihr Gatte morgen hier eintreffen sollte.", bestätigte Steve.

"Er wollte mit der Fähre übersetzen."

Campbell bedankt sich bei Ella mit den Worten:

"Vielen Dank für Ihre Auskunft. Wir werden den Mord an Rod aufklären.

Das verspreche ich Ihnen."

"Gott gebe Ihnen Kraft."

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