Gandalf war echt! Aber anders, als wir glauben... by Michael Gauger - HTML preview
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...echter noch als Gandalf selbst Kürzlich lief mal wieder „Herr der Ringe“ im Fernsehen, also die Filmtrilogie,
die der Regisseur Peter Jackson - nach der Vorlage des gleichnamigen Romans von JRR Tolkien – in die Kinos
brachte. Und bravourös besetzt und umgesetzt hat!

Bild links: von Matt Levia via flickr.com; creative commons

Bild rechts: Logo der dt. Buchausgabe, Klett-Cotta-Verlag 1969; gemeinfrei

Doch diese Geschichte ist keine reine Fiktion, der Autor des zugrunde liegenden Romans, JRR Tolkien –
der übrigens tiefgläubiger Katholik war - sagte Zitat: „Der Herr der Ringe ist natürlich ein von Grund auf
religiöses und katholisches Werk“ – betonte stets, dass der Roman keine Fiktion, sondern die Realität sei.
Wie immer wir das auch verstehen können...
Tolkien sah in seinen Geschichten eine Möglichkeit, "wahrhaftige" Mythen zu erschaffen, die eine tiefere Realität
widerspiegeln als der reine Materialismus; ...und fantastische Märchen seien eine Form, die Realität nicht zu
fliehen, sondern sie zu durchschauen und zu erhellen.“ (so eine KI-Übersicht)

Bild links: Tolkien in den 1940ern; wikipedia free commons, koloriert von „Tucker FTW“ 2021

Bild, rechts: Silhouette von J.R.R. Tolkien; wikipedia free commons, von „mrmw“ 2020
Fantasy- und Herr der Ringe-Fans wissen, dass Tolkien im Roman, der in den 50er Jahren des 20. Jh.
herausgegeben wurde, vielerlei Einflüsse aus der Geschichte und Mythologie unserer Welt verarbeitet hat,
ebenso aus der Bibel und dem Christentum.

Bild oben: Karte von Mittelerde, gezeichnet von Florian Bänsch 2025; creative commons
Verarbeitet hat Tolkien dabei Einflüsse...
– aus der nordischen und keltischen Mythologie (wie Elfen und Zwerge, Trolle und Drachen etc.)
– eine „Schlacht der Bäume“ gab es wirklich: allerdings als mittelalterliches walisisches Gedicht,
welches Tolkien als Altphilologe sicher kannte: „Cad Goddeu“ aus dem 14. Jh.:

–
Bild oben: Screenshot aus Wikipedia „Cad Goddeu“ (Stand 2026)
– aus den Schweizer Bergen (das Lauterbrunnental, welches Tolkien ebenso kannte wie
Eiger, Mönch + Jungfrau, die ihm auch Inspirationen zum Buch mitgaben):

Bild oben: Eiger, Mönch und Jungfrau in den Berner Alpen; Foto: Autor 2020
– aus der Bibel (die Namen Endor + Moria , aber auch Jesus und seine Jünger allegorisch in der
Ringgemeinschaft etc.,) wie auch
– Gandalf der Weiße als weitere Allegorie auf den auferstandenen Jesus ... ebenso aber auch Aragorn, der
zunächst unscheinbare Wanderer, der sich zuletzt dann auch als eine Art „König der Könige“ entpuppt...
und die Ringgemeinschaft um Frodo (als weitere Allegorie auf Jesus und die Jünger) sowieso!
– Gollum + sein Untergang als Parallele zum Höllensturz des vormaligen Lichtengels L-cifer...
– Geschichte und Geschichten um alte, gewaltige Schlachten wie die Geschichte um Artus und Merlin
(der in Gandalf als „Architekt der Geschichte“ natürlich auch eine unverkennbare Parallele hat!)
zur Zeit der Völkerwanderung oder gegen die Ungarn, Mongolen, Muslime etc.
– Könige wie Theoden oder Aragorn hatten historische Vorbilder, teils sogar namentlich, sie sind
im Roman je zu einer Figur verdichtet...
– ebenso andere Völker in Mittelerde mit realen Parallelen, wie die Krieger von Rohan aus den
alten Germanen, die ja auch gefürchtete Reiter UND echte Pferdenarren waren...
– Gondor und Minas Tirith haben viele Anleihen an Byzanz (später Konstantinopel) –
was auch Tolkien selbst sagte!
– und auch der Mont Saint-Michel in Nordfrankreich könnte Pate gestanden haben...

Bild links: Modell von Minas Tirith, via Flickr.com, von Ragnhild & Neil Crawford 2004; wikipedia free commons

Bild rechts: der Mont Saint-Michel (Frankreich), von „Chriswick“ 2020, wikipedia free commons
Und wie früher bei den historischen Hunnen- und Mongolenstürmen über ein geplagtes Europa kam auch in
Mittelerde der Feind aus dem Osten... wie eben auch die Ungarn, die im 10. Jahrhundert in verheerenden
Raubzügen Europa wiederholt heimsuchten und angriffen, damals sehr gefürchtet waren und als unbesiegbar
galten. Auf die komme ich gleich noch zurück.

Bild links: Hunnen in der Schlacht von Chalon 451; Illustration von Alphonse de Neuville, etwa 1869, gemeinfrei

Bild rechts: Ungarneinfälle im 10. Jh., wikipedia free commons, von „Hunturk“ 2008
Doch hier wollen wir uns explizit um Gandalf kümmern, und um eine Person, die offenbar in vielem Vorbild für
Gandalf war... Ulrich von Augsburg, Bischof daselbst....
Gandalf und Ulrich: beide haben viele, ZU viele :-) auffällige Parallelen!
So viele, dass ich Ulrich als den ECHTEN Gandalf,
also als Idealvorlage für diesen, bezeichnen will!
Und hier ist er, Ulrich, Bischof von Augsburg, im Jahre 993 dann von Papst Johannes XV. heiliggesprochen
(seine ganze Vita ersparen wir uns hier, wenngleich sie sehr faszinierend ist... siehe dafür Wikipedia oder diverse
Online-Heiligenlexika, z.B. heiligenlexikon.de):

Bild links: Zwei Studien für Ulrich von Augsburg, von Hans Burgkmayer d. Ä., ca. 1505; gemeinfrei

Bild rechts: Ulrich von Augburg, ebenfalls von Hans Burgkmayer d.Ä., 1518,; gemeinfrei
Geboren wurde Ulrich von Augsburg ca. 890 in Wittislingen/Augsburg, gestorben 4. Juli 973 ebenda.
Im Folgenden einige verblüffende Parallelen von Ulrich und Gandalf:
– Bei der Belagerung von Augsburg durch die Ungarn hat Ulrich die Moral und den Kampfgeist der
Verteidiger erheblich gestärkt – sie ermutigt und ihnen Kraft und Hoffnung gegeben –
ganz wie Gandalf bei der Belagerung von Minas Tirith.
– Der Sieg über die Ungarn bei Augsburg wurde immer auch Ulrichs Gebeten in der Schlacht zugesprochen
(was ich glaube!). Und auch bei Gandalf in Minas Tirith lesen wir von einem „Gebet“ (zumindest immer als
solches gedeutet). Eine KI-Übersicht sagt:

– Ulrich führte während der Belagerung das Kommando,
so wie Gandalf bei der Belagerung von Minas Tirith.
Bild oben: Schlacht auf dem Lechfeld 955; Lithographie aus dem 19. Jh., Künstler unbekannt

– Bild oben: Schild am Ulrichsstein bei der Lechbrücke in Augsburg; wikipedia free commons, „mailtosap“ 2011

– Am triumphalen Sieg der erstmals durch König Otto I. (später den Großen) vereinigten deutschen
Stämme der Franken, Schwaben, Sachsen und Bayern gegen die Ungarn bei der Schlacht auf dem
Lechfeld nebenan hatte Ulrich entscheidenden Anteil (wie Gandalf in der Schlacht um Minas Tirith) :
– Ulrich ritt – nur mit Bibel in der Hand bewehrt, andere sagen, mit einem Kruzifix – auf einem Pferd
mitten in die Schlacht, um den Seinigen Mut und Zuversicht zu geben. Ein echter + furchtloser Anführer!
Gandalf ritt bei Minas Tirith mit seinem Zauberstab den Angreifern entgegen. Analog
zum Zauberstab hatte Ulrich als Bischof natürlich standesgemäß einen Bischofsstab! Mit dem er oft
abgebildet wird. Ob er diesen in die Schlacht führte, weiß ich zwar nicht, möglich wäre es aber, denn
auch Gandalf schlug hier und dort mit seinem Zauberstab drein, dass es eine wahre Freude war, überaus
praktisch :-)

Bild links: Schlacht auf dem Lechfeld (Detail), Deckenfresko von Balthasar Riepp 1744, in der Pfarrkirche St. Ulrich/Seeg, gemeinfrei
Bild rechts: Illustration über Theoderich den Gro ßen von 1840, gemeinfrei
– Ulrich befehligte die Verteidiger Augsburg hoch zu Ross, Gandalf in Minas Tirith ebenfalls.

Foto oben von Joachim Schäfer, via heligenlexikon.de (Ökumenisches Heiligenlexikon), Creative Commons-Lizenz

– Der Hl. Ulrich war Bischof, also ein ranghoher Geistlicher. Ihm werden viele Wunder zugeschrieben – die
natürlich nicht er selbst, sondern Gott DURCH ihn wirkte – was in Gandalf als ranghohem Magier,
der ebenfalls viele „Wundertaten“ vollbrachte, eine Parallele findet.
