Das Mamilch-Mysterium: Himmel- und Höllenfahrt in der Schweiz? by Michael Gauger - HTML preview

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Das Mamilch-Mysterium –

Himmel- und Höllenfahrt in der Schweiz?

Gleich beim Pilatus (der Berg in der Schweiz), wo ja im heute verlandeten Pilatussee gemäss einer Sage Pontius Pilatus selbst bestattet sein soll1, liegt das „Mondmilch-Loch“, eine Höhle.

Mit „Mondmilch“ bezeichneten die Menschen früher eine pastenartige mineralische Calcitausfällung, die sich in manchen Höhlen an den Wänden ablagert. Jetzt wird diese „Mondmilch“ im Schweizer Dialekt aber meist als „Manmilch“ oder eben „Mamilch“ bezeichnet. Mondmilch und Mamilch meinen also dasselbe geologische Phänomen.

1 Pilatussee – Wikipedia; ebenso Bergsage: Die Sage vom Pilatus bei Luzern - Bergwelten

Und dass gleich neben dem Pilatus eine Mondmilch-Höhle (alias Mamilch!) liegt, kann kaum ein Zufall sein. Zumal beide - Mamilch (dieser NUR dort) UND Pilatus beide wortwörtlich(!) in den apokryphen Pilatusakten erwähnt werden!

Da stellt sich die Frage: was steckt da dahinter,

welchen Sinn könnte das ergeben?

Gerade im Mittelalter, aber auch später noch wie beispielsweise bei Siedlern in den USA, war es durchaus beliebt und verbreitet, Orten oder markanten Landschaftspunkten biblische Namen zu geben, viele Orte, Landmarken oder auch Gebäude heissen demzufolge Jerusalem, Bethlehem, Bethesda etc.

Und gemäss dem Schweizer Autoren Urs Bigler waren es gebannte Tempelritter, die auf und um die Rigi, der „Königin der Berge“ gleich neben dem Pilatus, quasi incognito sogar ein alternatives „Neues Jerusalem“ errichten wollten, mit Grabeskirche und allem drum und dran2. Was Bigler zwar nicht beweist, aber aus vielen Indizien recht schlüssig herleitet. Auch Tempelritter waren (zumindest in einer frühen Phase) tiefgläubig christliche Zeitgenossen, die ihre Ambitionen sicher auch namentlich festzumachen suchten. Und wer verleiht Namen von Städten und Ländereien? Sicher nicht jeder dahergelaufene Bauer, der ja nur Leibeigener war, und ansonsten nichts zu sagen hatte, sondern die jeweils souveränen Herren!

Jetzt finden wir in der heutigen Schweiz noch 7 weitere ausdrückliche Mamilch-Höhlen, und einen Mamilch-Fels, wie im Bild auf Seite 1 gezeigt. Nachdem wir in der Schweiz und ihrer Bergwelt schon die Apokalypse (in der Jungfrau-Region), die Gralsgeschichte (Templer galten als „Gralshüter“!), mehrere Sterne und Sternbilder, ganze mittelalterliche Weltkarten und mindestens ein weiteres

„Neues Jerusalem“ (bei Bern) gefunden haben – siehe bisherige Videos und Artikel dazu – tut sich hier möglicherweise ein neues Feld auf, das gar nicht so abwegig scheint, ja sogar einmal mehr überraschend ist: die geografisch verorteten Pilatusakten. Welche ihrerseits wieder ein landschaftlicher Code sein könnten.

2 Spuren der Johanniskrieger: Die wahren Gründerväter der Eidgenossenschaft : Bigler, Urs: Amazon.de: Bücher

Doch langsam. . was war der Auslöser, der Anlass für diesen Artikel?

Ein Teil der „Apokryphen“, also Bücher, die letztendlich nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurden (wo wir auch das Thomas-Evangelium oder das Petrus-Evangelium finden) sind die Pilatusakten alias Nicodemus-Evangelium, welche mich begannen, zu interessieren.

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Die Pilatusakten,

die den ersten Teil des sog. „Nicodemus-Evangeliums“ bilden (was kein Evangelium im eigentlichen Sinne ist, sondern eins der „Passions- und Osterevangelien“),sind eine Nummer für sich: denn darin kommt ein anderer Himmelfahrts-Ort Jesu Christi zur Sprache– eben der „Berg Mamilch“ - eine sogenannte „Standartenlegende“ (siehe unten) UND die Höllenfahrt Jesu Christi, die sich zwischen Kreuzestod und Wiederauferstehung ereignete.

Die Pilatusakten, die wir heute kennen, sind wohl eine christliche Antwort des 3.-4.Jh. auf vorherige verleumderische bzw. antichristliche „Pilatusakten“ des römischen Kaisers Maximinus Daia von 311, einer „Propagandaoffensive, indem er verleumderische Pilatusakten über den Prozeß Jesu fälschen läßt – eine bemerkenswerte Initiative! Die neue Schrift soll in den Schulen statt anderer Bücher benützt und auswendig gelernt werden; so hofft Maximinus, das Gift des Hasses gegen den Gekreuzigten der jungen Generation einzuträufeln. “3

Kaiser Maximinus Daia, der den Serapis-Kult etablieren wollte, versuchte offenbar in jenen gefälschten Akten das Christentum durch Lügen und Verleumdungen in ein schlechtes Licht zu stellen, wohl weil es ihm zu gefährlich wurde. Ab dem Jahr 311 fuhr dieser Kaiser dann auch einen äusserst 3 Stefan Heid in „Frühe Kritik am Gekreuzigten und das Ringen um eine christliche Antwort“; aus „Trierer Theologische Zeitschrift 2/2001, Pastor Bonus, 110. Jahrgang, Paulinus Verlag Trier 2001, dort S. 87; die dort genannte Primärquelle ist der Kirchenvater Eusebius, der aufzählt, was darin „über das Leiden unseres Heilands frech erdichtet wird.“, was dessen „Übersetzer und Continuator“ Rufinus von Aquilea so beschreibt: „Es wurden Akten, in ihrer äußeren Gestalt gleich wie bei Pilatus über unseren Erlöser, erdichtet, in denen alle Lästerungen gegen Christus aufgezeichnet wurden. Er (Maximinus Daia) befahl durch ein erlassenes Edikt, diese Akten in alle Provinzen seines Reiches zu versenden und sie in den einzelnen Städten, Dörfern sowie auch den Landgütern zu publizieren und durch die Lehrer auch den Schülern zu vermitteln, damit statt dem, was sie ansonsten zur Einübung und zum Auswendiglernen wiederholt vorzusagen pflegten, die Gedächtnisse der Schüler diese (Akten) als Anvertrautes von sich gäben.“

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harten Kurs in der Christenverfolgung und -tötung4, ähnlich wie parallel zu ihm Kaiser Diokletian5, der viele Gläubige zu Heiligen und Märtyrern machte, die wir teils noch heute kennen.

Die Pilatusakten, die uns heute vorliegen, beschreiben detailliert den Prozess und den Hergang, der zur Kreuzigung unseres Heilands führte. Und neben dem Tauf- und Missionauftrag auch die Auferstehung und Himmelfahrt Christi, welche dort analog den klassischen 4 Evangelien auch zur Sprache kommt – hier allerdings vom Berg Mamilch(!) aus – die in den Pilatusakten erwähnte Standartenlegende besagt, dass beim Eintritt Jesu in den Gerichtssaal die Standarten der Wächter sich selbständig vor Jesus neigten. Was Pilatus sofort via Gegenprobe durch andere Träger testen liess, doch auch da verneigten sich die Standarten wohl selbständig in Ehrfurcht vor Jesus!

Bild oben: „Jesus and Nicodemus“ - von William Brassey Hole (1846-1917); Bilddatum unbekannt Zudem kommt dort Nicodemus zu Wort,

ein von Jesus bekehrter Pharisäer, der darin u.a. über bisher ungenannte Zeugen von Christi Himmelfahrt berichtet. Nicodemus wurde vom Heiland bekehrt (in den Evangelien zu finden), nachdem dieser Jesus in einem nächtlichen Gespräch fragte, was er denn tun müsse, um in das Himmelreich zu gelangen (dieses sehr lesenswerte Gespräch finden wir in Johannes 3, 1-21)? Der Heiland antwortete darauf, er müsse wiedergeboren werden! Allerdings nicht aus Fleisch, sondern aus Wasser (=Taufe) 4 Maximinus Daia – Wikipedia und 04_Ehling.indd

5 Christenverfolgung unter Diokletian – Orthpedia; Christenverfolgung unter Maximian – Orthpedia

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und dem (Heiligen) Geist! Das nahm sich Nicodemus denn auch zu Herzen, und wurde so ein Jünger Jesu Christi. Der später auch Josef von Arimathäa bei der Kreuzesabnahme und der Bestattung des Heilands geholfen hat, wie in Johannes 19, 39 berichtet wird.

Die Höllenfahrt Jesu Christi

Bild oben: „Christus im Reich der Toten“, von Joakim Skovgaard 1926

Was allerdings NUR in den Pilatusakten erwähnt wird, ist neben Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Christi auch Seine vorherige Höllenfahrt! Direkt nach Seinem körperlichen Hinscheiden am Kreuz (also noch vor Seiner Auferstehung) ging Jesus hinab in die Hölle, um von dort (bzw. einer Vorhölle) Propheten und Patriarchen wie Adam & Abraham, aber auch viele andere, zu retten und abzuholen. Jesus Christus ging aber wohlgemerkt nicht als „Insasse“ in die Hölle, sondern als TRIUMPHATOR! Denn dort fesselte Er auch den Satan. Nachdem Er dieses Werk getan hatte, begab sich der Heiland dann zur Vereinigung Seines Geistes mit Seinem Körper, also zu Seiner Auferstehung.

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„ heologisch bedeutsam“

Die Höllenfahrt Jesu Christi ist wohl eine im 6. Jh. entstandene Ergänzung, die aber als „theologisch bedeutsam“ gilt, weil Jesus so die Macht der Hölle gebrochen hat6; diese Höllenfahrt wird eben NUR im Nicodemus-Evangelium erwähnt, und ist bis heute Teil unseres Glaubensbekenntnisses (Credos)!

6 „Die geheimen Schriften der frühen Christen – Apokryphen und Gnosis“, Weltbild-Verlag Augsburg 2008, Hrsg. Ulrich Grasberger, dort S.211

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Dem ganzen Nicodemus-Evangelium wird auch darum eine „reiche Wirkungsgeschichte“

zugesprochen7, weil darin Jesu Himmelfahrt auch von ausserchristlichen Zeugen erwähnt wird.

Andere bescheinigen dieser Schrift „eine immense Wirkung auf das religiöse Leben, theologische Abhandlungen, liturgische Texte und literarische Werke im Allgemeinen sowie in der Bildenden Kunst“8.

Das „Evangelium des Nikodemus“ ist also - incl. der darin enthaltenen Pilatusakten - obwohl es nicht Teil des Kanons der Bibel ist, sehr bedeutsam. War also auch oder gerade im Mittelalter bekannt und verbreitet. Wenn nun um den Berg Pilatus – gerade im Verbund mit Mamilch-Höhlen dort und auch bei Thun - die Pilatusakten landschaftlich angelegt wären, könnte man das auch als Code für die Höllenfahrt Jesu Christi ansehen! Wie auch immer diese landschaftlich einzuordnen wäre. .

Die Himmelfahrt Jesu Christi

Bild oben: „Ascension of Christ“, von dimitrisvetsikas1 aus pixabay.com Der Ort der Himmelfahrt Jesu Christi wird in den biblischen Evangelien übereinstimmend im Ölberg bei Jerusalem gesehen, wohingegen im Nicodemus-Evangelium vom „Berg Mamilch“ die Rede ist (auch Mophek, Malek oder Mambre genannt9), der wohl in Galiläa lag oder liegt. Die von Nicodemus 7 Nikodemusevangelium – Wikipedia

8 Jörg Rahner in „Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex)“ - Evangelium nach Nicodemus“ (2010); dort auf S.16

9 Larry Wishon in (99+) A Gospel Chronology From The Crucifixion To The Resurrection | Larry Wishon – Academia.edu, November 2019,

erwähnten 3 Zeugen der Himmelfahrt Jesu – ein Priester, ein Lehrer und ein Levit - „kamen von Galiläa nach Jerusalem herunter“, es „waren Männer, die von Galiläa kamen“, um von der dortigen Himmelfahrt Jesu zu berichten. In Galiläa weilte ja auch gemäss den biblischen Evangelien der wiederauferstandene Jesus nach Seiner Auferstehung.

-------

Also suchte ich nach Bildern dieses Mamilch-Berges im Internet, und/oder dessen Lokalisierung.

Oder hat irgendein galiläischer Berg mit modernem Namen früher so geheissen? Fehlanzeige: mit Netzsuchen vom Schreibtisch aus – auch mit den üblichen Bibel-Tools - war kein solcher Berg oder dessen Bild zu finden. Schade, wäre gut für Video oder Artikel gewesen  Geht aber auch so. Wo der Himmelfahrts-Ort Jesu Christi denn nun wirklich lag (ich glaube eher, auf dem Ölberg bei Jerusalem), ist für den Glauben aber freilich zweitrangig.

Bei der Suche nach dem Mamilch-Berg oder Bildern davon stiess ich auch auf den esoterisch ambitionierten Autoren Ralf Heinrich, welcher in seinem Roman „Syn-Evangelium“ den Mamilch-Berg im nördlichsten Galiläa, beim Hermon-Gebirge glaubt. Auf Anfrage räumte dieser allerdings ein, dass seine Verortung des Mamilch-Berges aufgrund fehlender weiterer Quellen spekulativ sei, sein Buch über weite Strecken auch Ergebnis freier Auslegung (Privatnachricht an mich). Heinrich ist denn auch der einzige für mich auffindbare Autor, der den „echten“ Berg Mamilch versuchte, geografisch zu verorten. .

Zufall?

Dass sogenannte Mondmilch-Höhlen in der Schweiz meist noch buchstäblich „Mamilch“ genannt werden, mag zum einen sicher den lokalen Dialekten geschuldet sein, also einem vielleicht belanglosen „Zufall“ (Mondmilch = „Mamilch“); dass aber diese Bezeichnung mehrfach gerade in der heutigen Schweiz auftaucht, wo ich auch schon andere biblische Themen & Geschichten verorten konnte, ist eine Konvergenz, die kaum Zufall sein kann. Zudem liegt eine dieser Mondmilch-Höhlen direkt beim PILATUS, eine andere recht prominente „Mamilch-Höhle“ direkt bei einem „apokalyptischen dort S. 39; ebenso The Gospel of Nicodemus in „Note 6“ am Ende des Textes

Ensemble“ um die Jungfrau, das mir schon früher aufgefallen ist (siehe dazu Artikel und Video10).

In der Schweiz habe ich ja auch einen „Grail Trail“ ausgemacht, einen Gralsweg, weil hier Orte der Gralslegende liegen, die in der Landschaft aufgereiht sind wie Perlen an einer Schnur, inclusive 1-2

möglichen „Gralsburgen“! Zudem fand ich einen – heute baulich verhunzten – Pilgerweg bei Bern, der zu einem örtlichen Jordan, Bethlehem und letztlich JERUSALEM führte (siehe Video und Artikel), ein weiteres mögliches „Jerusalem“ auf dem Jolimont ob Erlach am Bielersee, zuletzt auch eine wohl mittelalterliche „Weltkarte“ (mapa mundi), die sorgfältig und kaum übersehbar in Orten und Landschaftsnamen des Drei-Seen-Landes in der Schweiz angelegt wurde11 – wann, von wem und warum auch immer. .

Und nicht nur hier, auch in meiner Heimat, dem Steinlachtal in Schwaben, wimmelt es von biblischen Bezügen in der Landschaft, welche mit offenem Auge sich gut erkennbar zeigen.

Ein „Tal der Tempelkönige“ findet sich dort genauso wie andere alttestamentliche Charaktere, auch israelische Stämme und ganze biblische Geschichten, die landschaftlich nacherzählt werden12!

Und weil gewisse biblische Bezüge, Charaktere und Symbole dort und auch in der Schweiz jeweils in klarem Bezug zueinander stehen; freilich oft in einer „Doppelbedeutung“, also mehrschichtig: mit jeweils einem vordergründigen Namen und ZUGLEICH einer verborgenen Bedeutung, die „Profane“ (Nicht-Eingeweihte) meist nicht erkennen, die aber oft besonders auffällig in Bezug zueinander stehen, was ebenfalls kaum „Zufall“ sein kann. .13

Und weil auch die Mamilch-Höhlen beim oder unweit des „Pilatus“ bzw. der „Jungfrau“ (mit ihr die

„Apokalypse“, also Geheime Offenbarung des Johannes von Patmos, die ja bald nach den Evangelien und der Apostelgeschichte verfasst wurde – also auch zeitlich gleich daran anschliesst) diesen Bergen und ihren Geschichten biblisch wie auch geografisch beigesellt stehen, kann durchaus vermutet werden, dass hinter dem Auftauchen mindestens dieser zweier „Mamilch“ in der heutigen Schweiz kein Zufall, sondern wohl eher eine Absicht steht. .

10 Geheimnisse um Grindelwald - Hohlwelt, Jungfrau & Apokalypse?; die anderen blau markierten „Fundstücke“ in gleichnamigen Videos und Artikeln, siehe dazu in Fn. 11 + 12

11 Zu den angeführten „Fundstücken“ und Themenbereichen siehe meine diesbezüglichen Artikel und Videos auf Youtube, bitchute oder brieghteon unter „d-outremer“, oder auf zeitreisen-seeland.ch oder nurfuerreiche.jimdo.com 12 „Die letzten Rätsel des Steinlachtals“ - mehrteiliger PDF-Artikel auf meinen o.g. Webseiten (siehe Fn. 11), dort unter „Links & Aktuelles“: bei Interesse einfach etwas runterscrollen

13 Details und Deutungen dazu siehe die Artikel & Videos in Fn. 11 + 12

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W itere „Fundstücke“, Gedanken und Spekulationen...

Sowohl in den kanonischen Evangelien wie auch bei Nicodemus spricht Jesus den Tauf- und Missionsbefehl aus, bevor er in den Himmel fährt - letzte Erdenworte Jesu in den Evangelien:

„Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt“;

diese fehlen aber bei Nicodemus (bzw. auf dem Mamilch), wo der Tauf- und Missionsbefehl ja ansonsten ebenso bezeugt wird.

Ist das hier fehlende „Ende der Welt“ ein codierter Hinweis auf die Apokalypse, die wir ja um die Jungfrau-Region im Kanton Bern reichhaltig zitiert sehen (siehe Video dazu)? Also ein gewisses Betonen durch Weglassen? Das wäre durchaus raffiniert, dennoch spekulativ. .

Oberhalb von Biel (genauer bei Magglingen/Macolin) gibt es auch noch eine Flur mit dort stehendem Restaurant „End der Welt“. . die sind aber so weit vom Pilatus oder der Jungfrau entfernt, dass ich hier keinen Bezug zu diesen sehe.

Warum Höhlen und keine Berge?

Jetzt haben wir gesehen, dass ein „Mamilch“ beim Pilatus auch als mögliche geografische Verankerung der Pilatusakten verstanden werden könnte.

Mamilch beim Pilatus UND jener Mamilch unweit der Jungfrau (alias herumgebauter „Apokalypse“) -

sind aber HÖHLEN, (wie fast alle Mamilchs in der Schweiz, siehe Bild auf Seite 1), also genau das Gegenteil von einem BERG MAMILCH, wie er bei Nicodemus beschrieben wird.

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Bild oben: Eingang zur Mondmilch/Mamilch-Höhle beim Pilatus, Foto von Martin Emch 2007; public domain aus wikipedia commons Könnten diese Mamilch-Höhlen auf eine „Wiedergeburt“ aus Erde hinweisen, statt aus Geist - zumal der Eingang der Höhle beim Pilatus sogar einer Vulva ähnelt, siehe Foto oben? Und damit auf. .

Fruchtbarkeitskulte?

EINE WEITERE MÖGLICHKEIT DER NAMENSGEBUNG VON „MAMILCH-HÖHLEN“ IN DER HEUTIGEN SCHWEIZ

drängt sich hier fast ins Bild, und hätte mit Evangelien oder christlicher Tradition gar nichts zu tun, sondern wäre eventuell viel älter und auch profaner anzusetzen:

„Ma-Milch“ quasi als „Milch des Mannes“, die sich an den Wänden einer Vulva-ähnlichen Höhle findet, eventuell als Kultort früherer Naturreligionen oder Fruchtbarkeitskulte aus der Vorgeschichte (Jungsteinzeit, Bronzezeit?), oder auch späterer Epochen wie der Eisenzeit (Kelten) oder der hier seit über 1000 Jahren ansässigen Alemannen? Die zunächst als noch nicht Christianisierte eventuell Orte oder Namen früherer Bewohner schlicht übernommen und weitergeführt hätten?

Falls es sich so verhält, wiese eine „Mamilch-Höhle“ auf „Weltmenschen“ bzw. dem Fleisch verhaftete Menschen hin: solche, die (noch) NICHT aus Geist neugeboren sind, wie Jesus im Gespräch mit Nicodemus erklärt; oder könnten wir hier eine Art „Verdrehung“ der Himmelfahrt Jesu vor uns haben?

Gar der ganzen christlichen Botschaft? Nicht alle früheren Herren (also Fürsten + Könige als Landbesitzer) waren wohl gleich gläubig, manches weist ja darauf hin, dass einige den Glauben

„anders“, also recht eigenwillig ausübten14.

14 Mehr zu den mutmasslich eigenwilligen Hobbies und Glaubenssystemen mancher elitärer Häupter in Artikeln & Videos in Fn. 11 + 12

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Das kann sein, muss aber nicht, denn:

Nicodemus, der bekehrte Pharisäer und Jünger Jesu Christi erscheint nicht nur im apokryphen

„Nicodemus-Evangelium“, sondern hatte zuvor eben ein nächtliches Gespräch mit Jesus, und war auch bei dessen Kreuzesabnahme und Bestattung dabei, wie auch von der Bibel bezeugt wird15!

Bild oben: Grabeskirche in Jerusalem, aus wikipedia free commons, von Jorge Lascar 2012

 Und wo wurde der Heiland bestattet? IN EINER HÖHLE!

Das schliesst den Kreis wieder: ein „Mamilch“ als Höhle muss also nicht unbedingt antichristlich gemeint sein, sondern kann verkürzt sogar wieder Evangelientreue markieren!

Mit einem „Mamilch“ bei einem „Pilatus“ hätten wir also einerseits den a) Prozess Jesu vor Pilatus,

b) die Kreuzesabnahme und die Bestattung des Heilands markiert;

c) andererseits Seine Höllenfahrt wie auch Seine

d) spätere Himmelfahrt. Denn einen Ölberg (in Jerusalem), von wo aus Jesu Himmelfahrt sich gemäss biblischen Evangelien zugetragen hat, in die Schweizer Alpen zu stellen, könnte neben einem Pilatus wohl etwas auffällig gewesen sein, und hätte vielleicht ZU deutlich Zusammenhänge offengelegt?

Alles zusammen (a-d) in nur 2 Worten alias „Codes“: Mamilch und Pilatus!

15 Siehe in diesem Artikel auf S. 4

Ansonsten gibt es da ja auch noch den „Mamilch-Berg“ gegenüber der Jungfrau (heute „Männlichen“, was wohl ebenfalls eine Variante von Manmilch/Mamilch ist. .), und den Mamilch-Fels bei Basel (siehe Bild auf Seite 1), und damit auch Mamilch-Erhebungen statt nur Höhlen 

Kurz gesagt: so hätten wir in der Schweiz bereits ein

„Evangelium“ des Nicodemus verortet.

Gäbe es noch weitere „Evangelien“ in der Bergwelt?

Nach Markus, Lukas, Johannes, Matthäus. . allen 4 Evangelisten sind Symbole zugeordnet: Löwe, Stier, Adler, Mensch. Und diese sind – Zufall oder nicht – in Bergnamen zu finden: Löwe: Monte Leone („Löwenberg“), Löwenberg bei Murten

Stier: Ochs, Ochsen und Ochsehorn, Rinderhorn und Rinderberg

Adler: FinsterAARhorn, OberAARhorn, LauterAARhorn, Adlerspitzli, Adlerhorn Mensch: Monte Uomo („Menschenberg“), Altmann, Männlichen

Somit hätten wir die 4 Evangelien bzw. Evangelisten, die Apokalypse, das Nicodemus-Evangelium bzw.

die Pilatusakten, doch wo ist die Apostelgeschichte? Direkt finden wir die Apostel in der Bergwelt zwar nicht, aber wir fänden sie möglicherweise indirekt: die Apostel wurden auch „Die „Zwölf“ genannt bzw.

„Zwölferboten“. Einen Zwölferberg oder ein solches Horn finden wir nicht. Wenn man aber 12 Uhr auf alte Art ausdrückt, heisst es einfach „Mittag“. Einen Mittagberg hätten wir beim Walensee (ok, die gibt es auch anderswo, z.B. die „Mittagspitze bei Damüls/Vorarlberg etc.). Und direkt davor sind die Flur-oder Gewandnamen „Arsch“ und „Strick“ zu finden bzw. „Arschwald“. . Zufälle gibt 's? Wir kennen ja auch den alten Fluch „Himmel, Arsch und Zwirn“, was vielleicht dem entspricht?

So hätten wir gleich die Apostel mit einem „Fluch“ belegt (Gott bewahre!), was eventuell zeigt, dass die Namensgeber dieses Berges keine Christusfreunde, und/oder Flüchen zugeneigt waren. .

ODER ABER die Namensgeber meinten einfach, Judas Iskariot, also der Verräter Jesu, war ein

„Arsch, der an einen Strick gehört“. . er hat sich ja selbst erhängt.

Zudem finden wir gleich in der Nähe AUCH die Fluren „Pilgerhau“ und „Paulisweid“, was auch schon mal den Apostel Paulus zeigt. . St. Johann gleich nebenan (Johannes), Strick (eventuell Judas Iskariot), Statthalterwald und Hofstatt (eventuell Pilatus, schon wieder: Pilatus wird in der koptischen und äthiopisch-orthodoxen Kirche allerdings auch als Heiliger bzw. Märtyrer verehrt! Ob das im mittelalterlichen Europa genauso war? Eine spanische Legende berichtet wohl zudem von Judas Iskariot als Knecht von Pilatus. . siehe heiligenlexikon.de), passend dazu „Hinderem Chrüz“. .

Ganz in der Nähe befindet sich noch das Gipfelmassiv der „Churfirsten“, das je nach Zählweise zwischen 6 und 13 Gipfel aufweist. Kurfürsten waren im Mittelalter jene 7 ranghohen Reichsfürsten, die berechtigt waren, den Kaiser (des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation) zu wählen.

Jetzt werden aber gerade Petrus und Paulus seit jeher als „Apostelfürsten“ bezeichnet, und gerade diese zwei (bzw. deren Schüler) haben den Hauptteil der neutestamentlichen Apostelbriefe verfasst, und auch die Apostelgeschichte. Was jenen neutestamentlichen Teil der Bibel meint, der sich nach Jesu Himmelfahrt ereignete, also die erste Verbreitung und Mission des Christentums durch die Apostel.

Parallel zum Mittagberg (für die Apostel, siehe oben) hätten wir auch noch die „Dents du Midi“ im Wallis, und ein sehr schönes Mittaghorn in den Walliser Alpen!

Weitere Apostel?

Die fänden wir (eventuell, also wirklich nur spekulativ) im Jakobshorn im Bündnerischen (oder in der Gemeinde Jakobsbad im Aargau), im Speer am Walensee (der Speer ist das Symbol für den Apostel Thomas, weil er es war, der die Speerwunde des Heilands sehen & fühlen wollte), die Stadt Biel für

„Beil“, mit dem der Apostel Matthias enthauptet wurde (ebenso für Judas Thäddäus), das Simmental für Simon (Kanaanäus), die Petersinsel im Bielersee für Petrus, alle Gemeinden mit dem Wortteil „Zoll“

im Namen – wie etwa Zollikofen oder Zollikon – für Matthäus (den Zöllner, sein Symbol ist daher der Geldbeutel), Schloss (in Cham) und Kloster (in Sarnen) Sankt Andreas. Den Apostel Johannes in allen St. Johann. Fehlen noch Bartholomäus, Philippus und Judas Thaddäus. Wobei eine Gemeinde in der Waadt schon „St Barthélemy“ heisst, und den Rest finden wir auch noch raus :-)

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Vergessen wir nicht Maria Magdalena, die “Apostelin der Apostel“, die wir in der beeindruckenden Magdalenen-Einsiedelei bei Fribourg finden, die seit mindestens dem 15. Jh. bekannt ist, und in den folgenden Jahrhunderten sukzessive vergrössert wurde. Und/oder im Steinenkloster bei Basel, das auch Maria-Magdalena-Kloster genannt wurde, heute aber nicht mehr existiert16. Doch auch diese beiden sind zu weit gelegen, um einen direkten Zusammenhang darin zu sehen. .

Zuletzt kein Hinweis auf einen Apostel, sondern auf Jesus Christus, namentlich im Monte San Salvatore17 (für „Salvator Mundi“ - Retter der Welt – einer der Titel von Jesus Christus), also einen eigentlichen „Jesus-Berg“(!) im Tessin. .

Bild oben: „Lugano Panorama+, von F. Jäggli 2009, aus wikipedia commons, public domain Damit hätten wir in der Schweizer Bergwelt einen schönen Bogen gespannt: von der Kreuzigung, Auferstehung über die Höllen- wie auch Himmelfahrt Jesu Christi, über die Apostelgeschichte (Petrus

& Paulus) bis hin zur Apokalypse des Johannes von Patmos (siehe Symbolik und Namen rund um die Jungfrau) als letztes Buch der Bibel. Die Apokalypse wurde früher (im Mittelalter) allerdings Johannes dem Evangelisten zugeschrieben, wurde also ebenfalls als Werk eines Evangelisten betrachtet.

Und welche Deutung stimmt nun? Die mit in Bergen und Land codierten Bibelstellen? Die mit dem Fruchtbarkeitskult? Oder haben wir es nur mit ordinärer „Mondmilch“ zu tun? Oder gilt, wie es manchmal so ist, auch hier alles miteinander? Die „Apokalypse“ (auch „Geheime Offenbarung des Johannes“) heisst wörtlich „Entschleierung“. Hoffen wir, hier sind ein paar Schleier um die Schweizer Bergwelt gefallen. Oder aber neue hinzugekommen. Wie man 's nimmt. . :-) Artikel von Michael Gauger, November 2024; alle Rechte vorbehalten

schreibgauger@gmx.net

zeitreisen-seeland oder nurfuerreiche.jimdo.com

Dieser Artikel wird – so Gott will – noch von einem

gleichnamigen Video begleitet werden

16 Steinenkloster – Wikipedia

17 Monte San Salvatore – Wikipedia

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Gratulation: Sie haben das Ende des Artikels erreicht :-)

Weil aber Artikel auf free-ebooks.net mindestens 20 Seiten Umfang haben müssen, sind in dieser Version noch diverse Bilder eingefügt, um ihn etwas „zu strecken“. .

Himmelfahrtskapelle am Ölberg – mit Jesu angeblichem Fussabdruck – wikipedia free commons, von „mattes“ 2011

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Die Mondmilchloch-Sage – aus maerchenstiftung.ch

Himmelfahrtskapelle am Ölberg – Aussenansicht; wikipedia free commons, „adriaticus“ 2008

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Mamilch = Mondmilch – aus ortsnamen.ch

Mamilch-Fels – Standort im Kt. Baselland – aus ortsnamen.ch

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Wieder aus ortsnamen.ch

Aus dem Ortsnamenbuch des Kantons Bern

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aus wikipedia „Pontius Pilatus“

Mondmilch = Mamilch,

aus „Pilatus“: Unterrichtsideen im Fach Mensch und Umwelt,

Sachanalyse für die Primarstufe, von Nathalie Diriwächter, 2010

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Palästina zur Zeit Christi; Karte von 1916

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Um Flurnamen um den Mittagberg zu erhalten; sac-cas.ch, dort „Mittagberg“: für alle anderen Flurnamen auch :-)

Zuletzt:

Aus einem alten Buch, Quelle verloren gegangen, aber wir dürfen es trotzdem lesen :-)

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