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Guatemala in the 1980s: A Genocide Turned into Ethnocide?

Zusammenfassung
Genozidale und ethnozidale Terrorstrategien in Guatemala
Auch wenn die guatemaltekische „Wahrheitskommission“ festgestellt hat, dass die Massa-
ker in den frühen 1980er Jahren genozidale Ausmaße hatten, bleiben fundamentale Fragen
umstritten: Ist der adäquate Begriff für die zwischen 1981 und 1983 begangenen Massaker
tatsächlich „Genozid“ oder lassen sie sich eher als „Ethnozid“ begreifen? Um diese Fragen
zu beantworten, konzentriert sich dieser Beitrag auf die Intentionen der Täter. Warum griff
das guatemaltekische Militär auf Massenmord zurück, um das „Problem der Subversion“ zu
lösen? In Guatemala verschmolzen antikommunistische, rassistische und millenaristische
Diskurse zu einer Politik, die auf die Vernichtung der Maya-Bevölkerung zu abzielte. Im
vorliegenden Beitrag wird beschrieben, wie eine genozidale Option, die auf die physische
Vernichtung der Maya-Bevölkerung abzielte, zu einer ethnozidalen Option wurde: Ziel der
Terrorstrategie war nunmehr die indirekte Vernichtung durch die soziokulturelle Neuord-
nung des guatemaltekischen Hochlandes.
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