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Ein Girokonto fällt demnach unter den Begriff des Bankkontos, der als Sammelbegriff für unterschiedliche Kontoarten steht, die ein Kunde bei einem Kreditinstitut führen kann. Es ist formal abzugrenzen von einem Kontokorrentkonto, das ebenfalls ein Bankkonto ist, und traditionell der Verrechnung von Leistungen zwischen einem Gläubiger und einem Schuldner mit ihren gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten dient. Aus der Verrechnung ergibt sich ein Saldo, der die Basis für die Berechnung der Zinsen darstellt. Ein Kontokorrentkonto kann also – anders als das Girokonto – auch im Soll geführt werden. Unter dem Begriff des Bankkontos werden neben dem Girokonto und dem Kontokorrentkonto noch weitere Kontenarten zusammengefasst. So ist ein Sparkonto oder ein Sparbuch auch heute noch eine Anlagemöglichkeit für kleinere Beträge, die kurzfristig mit einer geringen Verzinsung angelegt werden sollen. Ein Tagesgeldkonto kann ebenso als kurz- bis mittelfristige Anlagevariante eingesetzt werden, bietet aber eine etwas höhere Verzinsung bei täglicher Verfügbarkeit des Geldes. Ein Festgeldkonto dagegen gewährt eine noch höhere Rendite, dafür ist der angelegte Betrag über einen Zeitraum von 12 oder mehr Monaten nicht zugänglich. Ein Kreditkonto dagegen kann eingerichtet werden, um ausschließlich die Zahlung von Krediten darüber abzuwickeln. 4 Seit wann gibt es das Girokonto? Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass heute kaum noch nachzuvollziehen ist, wann die ersten Konten entstanden sind. Allerdings geht der bargeldlose Zahlungsverkehr mindestens auf das 11. Jahrhundert zurück, als die ersten Gutschriften und Lastschriften nachweislich von einem Konto auf ein anderes überwiesen wurden. Auch die Nutzung von Verrechnungskosten zum bargeldlosen Ausgleich von Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Geschäftspartnern ist zu diesem Zeitpunkt gerichtlich belegt. Nach der Überlieferung allerdings musste ein Transfer damals mündlich angeordnet werden, was den Zahlungsverkehr regional und lokal stark einschränkte. Schriftliche Zahlungsanweisungen – und damit einen bargeldlosen Zahlungsverkehr im großen und überregionalen Stil – gab es dann ab dem 14. Jahrhundert. Der Vorläufer der heutigen Girokonten geht nach der Überlieferung auf das späte Mittelalter zurück und stammt aus Italien. Dort verwendeten die Kaufleute unter sich eine Form der Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten über Konten, von Italien aus fand dieses frühe Girokonto seinen Weg ins restliche Europa. In Deutschland soll der Giroverkehr auf die Hamburger Bank zurückgehen, die im Jahr 1619 gegründet wurde. Erst rund 200 Jahre später übernehmen weitere Kreditinstitute aus dem Großraum Hamburg den Giroverkehr, der dann aber noch den Hamburger Unternehmen vorbehalten bleibt. Zur Teilnahme am Giroverkehr forderte die Deutsche Reichsbank damals ein Mindestguthaben von 1.000 Mark, was den Zahlungsverkehr für den kleinen Bürger schlicht unmöglich machte. Deshalb war das Giroverfahren anfänglich nur großen Unternehmen und wohlhabenden Bürgern vorbehalten. ![]() |
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